Ein Panzer in Prag während des Einmarsches der Truppen der Nachbarstaaten im Jahr 1968 | Bildquelle: AFP

Einmarsch in Prag 1968 Ein Riss, der bleibt

Stand: 21.08.2018 03:14 Uhr

Vor 50 Jahren schlug der Warschauer Pakt den "Prager Frühling" nieder - heute erinnern die Tschechen an die Opfer. Das Gedenken spiegelt auch die politische Zerrissenheit der Menschen im Land wider.

Von Peter Lange, ARD-Studio Prag

Der Wenzelsplatz wird voll sein, wenn Marta Kubisova wieder dieses Lied singt: das "Gebet für Marta". 1968 war das Lied die Hymne des Widerstands in der CSSR gegen die Invasion der Warschauer-Pakt-Truppen. Die Songs und die Musik von damals in einem "Konzert 68" - das dürfte der Höhepunkt der Erinnerung in Prag werden an die Ereignisse vor genau 50 Jahren.

Veranstalter sind die Stadt Prag und der Tschechische Rundfunk, der damals eine zentrale Rolle spielte. Ondrej Suchan, Chefredakteur des Radiojournals ist stolz: "Es ist einmalig, was das damalige Hörfunkteam geschafft hat. Trotz der Ereignisse vor dem Gebäude hat es weitergesendet. Je mehr wir in den Archiven recherchiert haben, desto mehr waren wir davon fasziniert."

Der Radiojournalist Richard Seemann steht vor dem Rundfunkgebäude in Prag, wo am 21. August 1968 die sowjetischen Besatzungstruppen anrückten. | Bildquelle: dpa
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Der Radiojournalist Richard Seemann steht vor dem Rundfunkgebäude in Prag, wo am 21. August 1968 die sowjetischen Besatzungstruppen anrückten.

Reise in die Vergangenheit

Für die heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war die Vorbereitung eine Reise in die Vergangenheit des Senders. Der Rundfunk der Tschechoslowakei stand damals auf der Seite der Reformkommunisten um Alexander Dubcek und ließ sich auch nicht durch die gewaltsame Besetzung seines Gebäudes mundtot machen.

"An den 50. Jahrestag der Okkupation erinnern wir mit einer speziellen Sendung, in der wir die Ereignisse von 1968 in der ganzen Tschechoslowakei erzählen", erklärt Suchan. Seit 23 Uhr, als damals die Okkupation begann, läuft diese Sendung, die den ganzen Tag dauern wird. Vor dem Gebäude findet am Vormittag eine Gedenkstunde für die 15 Menschen statt, die bei der Besetzung des Rundfunkhauses ihr Leben verloren.

Ministerpräsident Andrej Babis wird hier sprechen - wie auch die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern. Es ist die einzige Veranstaltung, in der tschechische Spitzenpolitiker auftreten.

Tschechen und Slowaken erinnern an die Niederschlagung des "Prager Frühlings"
tagesschau 20:00 Uhr, 21.08.2018, Jürgen Osterhage, ARD Prag

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Kritik an Präsident Zeman

Staatspräsident Milos Zeman hat erklärt, dass er keine Rede halten wird. Das hat zu Diskussionen geführt. Die einen finden das ganz ok, andere sehen in seinem Schweigen ein weiteres Zugeständnis an die Adresse Moskaus. So ist das Gedenken an die Okkupation 1968 in Tschechien denn auch mehr eine Sache der Zivilgesellschaft.

Für die fehlende Rede des Präsidenten hat der Rundfunk in Prag auch schon Ersatz. Er überträgt am Abend die Fernsehansprache des slowakischen Präsidenten Andrej Kiska. Gleich danach beginnt das "Konzert 68". Das werden viele Menschen nutzen, um allein auch durch ihre Präsenz auf dem Wenzelsplatz ein politisches Zeichen an die derzeitige Regierung zu setzen.

Gedenken an "Prager Frühling" 1968
Peter Lange, ARD Prag
21.08.2018 07:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 21. August 2018 die tagesschau um 04:58 Uhr und Deutschlandfunk um 05:17 Uhr.

Korrespondent

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