US-Wahlkampf kandidaten | Bildquelle: REUTERS

TV-Debatte der Demokraten 20 Kandidaten messen sich

Stand: 26.06.2019 10:57 Uhr

Wer fordert US-Präsident Trump heraus? 20 Kandidaten der demokratischen Partei messen sich ab heute bei Diskussionsrunden im Fernsehen.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Es sind so viele demokratische Kandidaten, dass sie in zwei Gruppen an zwei Tagen hintereinander debattieren müssen. Jeweils zehn, und das Los hat entschieden, wer wann und mit wem. Ziel und Hoffnung sind es, dass am Ende deutlicher geworden ist, wer gegen US-Präsident Donald Trump antritt. Wer die Kraft und das Charisma für einen langen Wahlkampf hat.

Die Alpha-Männer

Joe Biden, seit mehr als 30 Jahren Politprofi in Washington, Debatten-erfahren, mit allen politischen Wassern gewaschen, Vizepräsident unter Barack Obama. Er führt in allen Umfragen, er ist es, der unter den Demokraten die meisten Wahlkampfspenden eingesammelt hat. Er will die Krankenkassenreform Obamas unbedingt retten.

Natürlich gilt er als Favorit - auch wenn viele in der demokratischen Partei endlich einen Generationswechsel wollen. Für eine Politik des 21. Jahrhunderts steht der 76-Jährige nach ihrer Ansicht nicht.

Joe Biden | Bildquelle: REUTERS
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Erfahrener Vizepräsident: Joe Biden

Bernie Sanders bei einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: dpa
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Besiegte beinahe Hillary Clinton: Bernie Sanders

Ebenso wenig wie Bernie Sanders, er ist bereits 77. Der unabhängige Senator hätte 2016 beinahe Hillary Clinton im Vorwahlkampf geschlagen. Er will es noch einmal wissen. Seine Basis hat er am linken Flügel der Partei. Sanders liegt in den Umfragen auf Platz zwei. Auch er sammelt erfolgreich für die Wahlkampfkasse.

Der Newcomer

Buttigieg | Bildquelle: AP
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Newcomer mit Chancen: Pete Buttigieg

Das Gegenmodell dazu ist Pete Buttigieg. Er ist Bürgermeister im kleinen Ort South Bend in Indiana. Nit 37 Jahren wäre er der jüngste Präsident in der Geschichte der USA. Und er ist es, auf den alle schauen. Clever, gebildet, hat als Offizier in Afghanistan gekämpft.

Buttigieg ist mit einem Mann verheiratet. Er steht, je nach Institut, auf Platz vier oder fünf bei den Umfragen. Das Geld scheint ihm nur so zuzufließen. Er sammelt bei der Industrie ebenso ein wie bei Hollywoodstars. Trotz der fehlenden politischen Erfahrung, wie viele sagen. 

Die Frauen mit Profil und Chancen

Dazwischen die beiden Frauen, denen echte Chancen gegeben werden. Da ist zum einen Elisabeth Warren. 70 Jahre alt, Senatorin aus Massachusetts. Sie hat bereits das detaillierteste Programm von allen. Unter anderem will sie das Steuersystem zugunsten des arbeitenden Mittelstandes verändern und ebenfalls Obamas Krankenkassen erhalten. Ihre Umfragewerte steigen, sie steht klar auf Platz drei. Auch junge Frauen mögen sie.  

Die fünfte ist Kamala Harris. Die 54jährige Senatorin war sechs Jahre Justizministerin von Kalifornien, kennt also das Regierungsgeschäft gut. Dass sie indischer und jamaikanischer Abstammung ist, könnte ihr bei den Wählern aus den Gruppen der Minderheiten helfen.

Elizabeth Warren | Bildquelle: AFP
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Erfahrene Senatorin: Elizabeth Warren

Die US-Politikerin Kamala Harris | Bildquelle: AFP
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Progressiv: Kamala Harris

Die Aufgabe: Profil zeigen ohne Grabenkämpfe

Die meisten anderen Kandidaten liegen in den Umfragen weit zurück. Außerhalb ihres Heimatsstaates kennt sie kaum Jemand. Warren ist in der Situation, dass sie in der ersten Debatte dabei ist und nur auf Kandidaten mit Außenseiterchancen trifft. Die anderen vier stehen am zweiten Tag gemeinsam auf der Bühne.

Alle müssen sich voneinander abgrenzen, ohne die Mitbewerber zu sehr anzugreifen. Denn am Ende haben alle dasselbe Ziel: Trump zu schlagen, und dafür sollten sie dann die Kandidatin oder den Kandidaten unterstützen können.

Vor der ersten Debatte der Demokraten - wer hat die besten Chancen
Arthur Landwehr, ARD Washington
26.06.2019 08:54 Uhr

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