Polens Präsident Duda | AFP

Präsidentenwahl in Polen Duda gewinnt - und muss in die Stichwahl

Stand: 28.06.2020 23:45 Uhr

Polens nationalkonservatives Staatsoberhaupt Duda hat nach ersten Prognosen die Präsidentenwahl gewonnen - aber für die notwendige absolute Mehrheit reicht es nicht. Duda muss nun am 12. Juli gegen den Liberalen Trzaskowski in die Stichwahl.

Es kam wie erwartet in Polen: Der nationalkonservative Amtsinhaber Andrzej Duda hat nach ersten Prognosen die Präsidentenwahl zwar gewonnen - aber die absolute Mehrheit verfehlt. Duda muss sich nun am 12. Juli dem Zweitplatzierten, dem liberalen Kandidaten Rafal Trzaskowski, in einer Stichwahl stellen. Duda kam den Prognosen zufolge auf knapp 42, Trzaskowski auf gut 30 Prozent der Stimmen.

Trotz Corona-Pandemie waren dieses Mal außergewöhnlich viele Polen zur Wahl gegangen. Bis 17.00 Uhr - und damit vier Stunden vor Schließung der Wahllokale - hatten fast 48 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Wahlkommission mitteilte. Bei der Präsidentschaftswahl 2015 lag die Beteiligung um die gleiche Uhrzeit bei nur 34 Prozent. 

Abstimmung über Regierungspolitik

Die Wahl galt auch als eine Art Volksabstimmung über die Politik der nationalkonservativen PiS, die seit 2015 den Präsidenten stellt und über die absolute Mehrheit im Parlament verfügt. Eine zweite Amtszeit von Präsident Duda würde das Machtmonopol der Partei bis zur nächsten Parlamentswahl im Jahr 2023 untermauern. Ein Sieg Trzaskowskis dagegen würde die PiS deutlich schwächen.

Die Wahl war ursprünglich für der 10. Mai geplant, wurde aber wegen der Corona-Pandemie kurzfristig verschoben. In den Wahllokalen galten besondere Schutzvorschriften. So standen im Zentrum von Warschau die Menschen mit Gesichtsmasken vor den Wahllokalen Schlange, da in den Räumen nur eine begrenzte Personenzahl zugelassen war.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Juni 2020 um 23:15 Uhr.