Menschen feiern in Algiers die Entscheidung des Präsidenten Bouteflika, nicht mehr anzutreten. | Bildquelle: AP

Keine geeigneten Bewerber Algerien verschiebt Präsidentenwahl

Stand: 02.06.2019 16:13 Uhr

Der algerische Verfassungsrat hat eine Präsidentenwahl am 4. Juli abgelehnt. Nur zwei Kandidaten hatten ihre Anträge bis 25. Mai eingereicht, die aber vom Verfassungsrat nicht genehmigt wurden.

Die für den 4. Juli geplante Präsidentenwahl in Algerien muss verschoben werden. Der Verfassungsrat des nordafrikanischen Landes erklärte, der Termin sei nicht zu halten. Zur Begründung hieß in einer Stellungnahme, die Bewerbungsunterlagen der einzigen beiden Kandidaten seien abgelehnt worden, da sie nicht die Bedingungen erfüllt hätten, meldete die staatliche Agentur APS. Demnach liegt es nun an Interimspräsident Abdelkader Bensalah, einen neuen Termin festzulegen.

Hohe Hürden für Bewerber

Mit dem Unternehmer Abdelhakim Hamadi und dem Ingenieur Hamid Touahri hatten lediglich zwei Bewerber Interesse an einer Kandidatur für das Präsidentenamt angemeldet. Um tatsächlich antreten zu können, brauchen sie die Unterstützung von 60.000 Bürgern oder 600 gewählten Amtsträgern.

Auch nach Bouteflikas Rücktritt kam es zu Protesten in der Hauptstadt Algier. | Bildquelle: dpa
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Auch nach Bouteflikas Rücktritt kam es immer wieder zu Protesten.

Mehrere Medien hatten vergangene Woche berichtet, dass die Wahl wahrscheinlich verschoben werde. Den Berichten zufolge war es unwahrscheinlich, dass es einem der beiden Bewerber gelinge, die für eine Kandidatur nötigen Unterstützer hinter sich zu versammeln. Mehrere Parteien lehnten es aus Protest gegen die Übergangsregierung ab, eigene Bewerber ins Rennen zu schicken. Die Amtszeit von Interimspräsident Bensalah läuft nach der Verfassung am 9. Juli ab.

Weiterhin Proteste

In Algerien kommt es seit Wochen zu Massenprotesten gegen die politische Elite des Landes. Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika hatte im April nach 20 Jahren an der Macht auf Druck der Straße seinen Rücktritt erklärt. Interimspräsident Bensalah setzte die Neuwahl für Anfang Juli an. Die Proteste gehen dennoch weiter, weil die Demonstranten eine Wahl unter der Ägide der alten Elite ablehnen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Juni 2019 um 15:00 Uhr.

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