Streikende Tankwagenfahrer in Aveiras de Cima | Bildquelle: MARIO CRUZ/EPA-EFE/REX

Treibstoff in Portugal Neue Spannungen im Tankwagen-Streit

Stand: 14.08.2019 15:36 Uhr

Um die Tankstellen in Portugal weiter mit Treibstoff zu versorgen, hat die Regierung die streikenden Tankwagenfahrer per Gesetz zur Arbeit verpflichtet. Einige weigerten sich und wurden angezeigt.

Viele Tankstellen in Portugal haben derzeit kein Benzin mehr. Laut Auswärtigem Amt sind etwa 15 Prozent der Tankstellen leergezapft.

Per Gesetz zur Arbeit verpflichtet

Hintergrund ist ein Streik der Tanklastwagenfahrer. Sie verlangen statt bisher 630 Euro künftig 900 Euro monatlichen Basislohn sowie monatliche Zulagen. Die neue Lohnhöhe soll bis 2022 erreicht werden. Die Arbeitgeber haben die Forderung für unbezahlbar erklärt.

Eine Anordnung der Regierung, begrenzte Mengen Kraftstoff zu liefern, ignorierten einige Fahrer. Elf von ihnen wurden auf Grundlage eines selten genutzten Gesetzes angezeigt. Dieses zwingt Kraftfahrer in einigen Regionen, Mindestmengen Treibstoff an Tankstellen auszuliefern. Zuwiderhandlungen können mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Die sozialistische Regierung hatte sich zu dem Schritt entschlossen, weil sie eine Versorgungslücke im Süden des Landes fürchtet. An der Algarve machen im August viele Menschen Urlaub.

Polizisten und Soldaten als Tankwagenfahrer

Außerdem setzt die Regierung Polizisten und Soldaten als Tankwagenfahrer ein. Sie versorgen einige der rund 3000 Tankstellen des Landes mit Treibstoff. Seit Montag befindet sich das Land im "Energienotstand". Das bedeutet, dass nur noch 25 Liter Treibstoff pro Auto und 100 Liter pro Lastwagen verkauft werden.

Tanklaster-Streik in Portugal: Gewerkschaften machen weiter Front
Marc Dugge, ARD Madrid
14.08.2019 14:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2019 um 09:22S Uhr.

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