Feuerwehrleute löschen brennende Bäume. | Bildquelle: REUTERS

Portugal Feuerwehr bekommt Brände unter Kontrolle

Stand: 06.08.2018 17:56 Uhr

Im Hinterland der portugiesischen Algarve brennen weiter Wälder. Mehrere Einwohner einer Kleinstadt wurden verletzt. Inzwischen bekommt die Feuerwehr die Brände unter Kontrolle.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Den ganzen Tag schon knistert und zischt es, wenn Löschwasser auf brennendes Holz trifft. Die Feuerwehr ist mit rund 1000 Mann vor Ort, vor allem rund um die Kleinstadt Monchique. Die Einsatzkräfte versuchen alles, damit die Flammen nicht auf weitere Häuser des 5000-Einwohner-Ortes übergreifen. Einzelne Gebäude sind schon beschädigt.

Manuel wohnt am Stadtrand von Monchique, nur wenige Meter vom Feuer entfernt: "Dieser Brand ist sehr stark. Ich mache mir Sorgen und weiß nicht, was ich tun soll. Die Lage scheint völlig außer Kontrolle."

Das war sie in den vergangenen drei Tagen immer wieder einmal: Wind fachte das Feuer an, es breitete sich schnell aus, auch wegen der hohen Temperaturen von mehr als 40 Grad und der niedrigen Luftfeuchtigkeit. Die Einsatzkräfte konnten sich den Feuern kaum nähern, weil die Region hügelig und nur schwer zugänglich ist.

Am Nachmittag teilte die Feuerwehr aber mit, dass sie nun 95 Prozent der Brände unter Kontrolle hat. Die Flammen zerstörten bislang 15 bis 20.000 Hektar Wald - eine Fläche etwa so groß wie Fehmarn.

Einsatzkräfte setzen Kampf gegen Brände in Portugal fort
tagesschau 20:00 Uhr, 06.08.2018, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Lob vom Präsidenten

Portugals Präsident Rebelo de Sousa lobte die Einsatzkräfte für ihre Arbeit. Sie hätten verhindert, dass die Waldbrände so dramatische Ausmaße annehmen wie im vergangenen Jahr. Damals kamen mehr als 100 Menschen in den Flammen ums Leben. Als Konsequenz stockte die portugiesische Regierung den Etat der Feuerwehr auf, sodass sie vor allem unbürokratischer Löschflugzeuge einsetzen kann.

"Die große Neuigkeit in diesem Jahr ist, dass die Feuerwehr sehr schnell eingreift und möglichst viele Mittel einsetzt. Sie ist beim Schutz der Bevölkerung sehr effektiv", sagte der Präsident.

Rauch über portugiesischen Wäldern | Bildquelle: dpa
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Eukalyptusbäume sind für Waldbesitzer lukrativ, sie brennen aber schnell.

Kritik von Umweltschützern

Die Feuerwehr brachte seit Freitag etwa 200 Bewohner der Region vorsorglich in Sicherheit, hauptsächlich aus kleinen Dörfern oder freistehenden Häusern auf dem Land.

Umweltschützer kritisieren, dass es überhaupt wieder zu größeren Waldbränden in Portugal kam. Verantworlicht machen sie die Forstwirtschaft und ihre Strategie, hauptsächlich Eukalyptusbäume in Monokulturen anzupflanzen. Diese fangen leicht Feuer.

Ein neues Waldgesetz sieht vor, dass künftig weniger Eukalyptusbäume in den Wäldern stehen sollen. Doch die neuen Regeln greifen bisher nicht.

"Diese Sache dauert länger und ist komplex: Die Waldreform und ihre zeitliche Umsetzung. Strukturelle Veränderungen dieses Ausmaßes lassen sich unglücklicherweise nicht in wenigen Monaten realisieren", sagte Präsident de Sousa dazu.

Das liege an der mächtigen Papierindustrie, sagen Kritiker. Denn aus Eukalyptus-Holz wird Zellstoff gewonnen, ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Papier.

Mit Eukalyptusbäumen können portugiesische Waldbesitzer deshalb viel Geld verdienen. Doch auch das zeigt dieser Waldbrand ein weiteres Mal: Wer Eukalyptus anpflanzt, riskiert, dass sich ein Feuer rasend schnell ausbreitet.

Algarve-Waldbrand weitgehend unter Kontrolle
Oliver Neuroth, ARD Madrid
06.08.2018 21:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. August 2018 um 20:00 Uhr.

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