US-Außenminister Mike Pompeo spricht auf einer Konferenz in der Stadt Cúcuta, in der es um internationale humanitäre Hilfe für Venezuela geht. | Bildquelle: REUTERS

Pompeo an Grenze zu Venezuela Appell an Maduro, Warnung an Russland

Stand: 15.04.2019 07:35 Uhr

US-Außenminister Pompeo hat an Venezuelas Präsident Maduro appelliert: "Öffnen Sie diese Brücke, öffnen Sie diese Grenze", forderte er bei einem Besuch in der Region. In Richtung Russland äußerte er warnende Worte.

Zum Abschluss seiner Lateinamerika-Reise hat US-Außenminister Mike Pompeo die Grenzstadt Cúcuta zwischen Kolumbien und Venezuela besucht. Er machte auf die humanitäre Lage in Venezuela aufmerksam und appellierte an den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, er solle Hilfsgüter ins Land lassen.

"Herr Maduro, öffnen Sie diese Brücke, öffnen Sie diese Grenze", sagte er. Benötigte Hilfslieferungen an das venezolanische Volk müssten dringend verteilt werden. "Sie können das heute beenden", sagte Pompeo. Bislang weigerte sich Maduro, die internationalen Hilfen ins Land zu lassen.

Pompeo verschafft sich Überblick über Lage

Pompeo reiste in Begleitung des kolumbianischen Präsidenten Iván Duque in die Grenzregion. Bei seinem Besuch traf sich der US-Außenminister auch mit venezolanischen Flüchtlingen, die von ihrer Migration aufgrund der dramatischen Lage im Land berichteten.

Venezolanische Flüchtlinge begrüßen US-Außenminister Mike Pompeo an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela. | Bildquelle: AFP
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Venezolanische Flüchtlinge begrüßen US-Außenminister Mike Pompeo an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela.

"Kolumbien und die Vereinigten Staaten wollen eine bessere Zukunft für die Venezolaner", sagte Pompeo. Duque bekräftigte, dass Kolumbien den Nachbarn zur Seite stehe, "um die Diktatur zu Fall zu bringen".

Pompeo richtete auch an Russland und Kuba mahnende Worte. Wenn die Staaten Maduros sozialistische Regierung unterstützen sollten, werde dies Konsequenzen haben. Die USA wollen wirtschaftliche und politische Mittel einsetzen, um Maduro für die Krise in Venezuela verantwortlich zu machen. "Die Kubaner müssen verstehen, dass ein Preis mit der fortgesetzten Hilfe für Nicolás Maduro verbunden ist", sagte Pompeo. Der US-Außenminister kündigte an, dass auch mit Russland ein Gespräch folge.

Pompeo war mehrere Tage durch die Region gereist, um mit den Verbündeten der Region ein weiteres Vorgehen zum unentschiedenen Machtkampf in Venezuela zu beraten. Er traf sich unter anderem mit Perus Außenminister Néstor Popolizio, dessen Land als treibende Kraft gegen die sozialistische Regierung Maduros gilt. Heute wird sich die sogenannte "Lima-Gruppe" treffen, der eine Reihe lateinamerikanischer Staaten angehören, um weitere Schritte gegen Maduro zu beraten.

Reaktion auf venezolanischer Seite

Die venezolanische Regierung reagierte prompt auf Pompeos Worte: Freddy Bernal, ein ranghoher Funktionär, zeigte sich mit Soldaten und Paramilitärs an der internationalen Brücke Simón Bolívar. Bernal kommentierte Pompeos Besuch: "Er ist gekommen, um uns einzuschüchtern und um seinem Diener Iván Duque Befehle zu erteilen."

Im einst reichen Land liegt die Wirtschaft wegen einer Hyperinflation brach. Fehlende Devisen sorgen für eine Zuspitzung der Lage, denn Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs wie Arzneimittel können kaum noch importiert werden. Auch das Stromnetz bricht regelmäßig zusammen.

Zehn Prozent der Bevölkerung leben im Ausland

Derzeit leben rund zehn Prozent der venezolanischen Bevölkerung - rund 3,4 Millionen Menschen - im Ausland. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge steigen wird - bis Ende des Jahres könnte ihre Zahl auf bis zu 5,3 Millionen ansteigen.

Die Lage im Land spitzt sich weiter zu, da Staatschef Maduro und der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó seit Januar einen erbitterten Machtkampf um die Führung im Land liefern. Die USA und westliche Staaten haben Guaidó als legitimen Präsidenten Venezuelas anerkannt. Der Oppositionsführer hatte sich selbst zum Präsidenten ausgerufen, da er die Wahl Maduros als unrechtmäßig ansieht. Maduro wird von Russland, Kuba und China unterstützt.

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