US-Außenminister Pompeo und der israelische Regierungschef Netanyahu reichen sich die Hände. | Bildquelle: REUTERS

Pompeo in Israel Klare Worte in Richtung Iran

Stand: 29.04.2018 19:08 Uhr

US-Außenminister Pompeo hat in Tel Aviv seine Kritik am Atomabkommen mit dem Iran erneuert. Damit stellte er sich an die Seite Israels - in die palästinensischen Gebiete fährt Pompeo nicht.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Der neue US-Außenminister Mike Pompeo landet auf dem Flughafen in Tel Aviv. Er kommt direkt aus Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Es ist eine höchst ungewöhnliche Flugroute, denn Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Einen Linienflug gab es noch nie.

Doch Vertreter der USA pendeln seit längerem zwischen den beiden so unterschiedlichen Ländern. Sowohl zu Israel als auch zu Saudi-Arabien unterhalten die Vereinigten Staaten enge Kontakte - auch militärisch. Und beide Länder teilen die Sicht der aktuellen US-Regierung - dass Iran die größte Bedrohung für die Region ist.

"Iran unterstützt Milizen und Terroristen", hatte Pompeo in Riad gesagt. "Es führt Cyberangriffe aus, es unterstützt das mörderische Assad-Regime in Syrien. Im Gegensatz zur früheren US-Regierung werden wir das Ausmaß des iranischen Terrorismus nicht kleinreden. Wir werden entschieden verhindern, dass Iran eine Atomwaffe besitzt."

US-Außenminister Pompeo trifft israelischen Premierminister Netanyahu
tagesschau 20:00 Uhr, 29.04.2018, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Mit Europa - oder allein

Das aktuelle Abkommen mit Iran garantiere das nicht, machte Pompeo deutlich. "Wir werden weiterhin mit den Europäern arbeiten, das Abkommen zu reparieren." Aber, so der US-Außenminister, wenn das nicht funktioniere, dann sei US-Präsident Donald Trump entschlossen, den Deal aufzukündigen.

In zwei Wochen will sich Trump entscheiden. Israels Premier Benjamin Netanyahu gilt als scharfer Kritiker des aktuellen Atomabkommens. Er ist damit inhaltlich auf einer Wellenlänge mit Pompeo.

"Beziehungen eng wie nie"

Auch deshalb wurde es eine sehr herzliche Begegnung in Tel Aviv. Die beiden Männer standen vor einer großen Landkarte des Nahen Ostens. Es folgte: Eine innige Umarmung.

Israel nehme einen wichtigen Platz in seinem Herzen ein, sagte der US-Außenminister. Netanyahu dankte, dass Pompeo schon auf seiner ersten Auslandsreise nach Israel kommt.

Mit Pompeo hat die US-Regierung einen weiteren Vertreter, der sich demonstrativ an die Seite Israels stellt. Bereits vor dem Treffen gab sich Netanyahu begeistert. "Die Beziehungen zwischen den USA und Israel sind so eng wie nie. Ich möchte an dieser Stelle Präsident Trump danken, dass er die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Das passiert schon bald, binnen Tagen."

Ein fester Händedruck zweier Verbündeter: Pompeo (li.) und Netanyahu | Bildquelle: dpa
galerie

Ein fester Händedruck zweier Verbündeter: Pompeo (li.) und Netanyahu

Keine Fahrt nach Ramallah

Wegen der Gespräche mit dem Fokus Iran und der demonstrativen Begeisterung über das enge bilaterale Verhältnis geriet ein anderes Thema in den Hintergrund: Der ungelöste Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.

Die USA waren traditionell Vermittler im Friedensprozess. Es ist ein Prozess, den es seit Jahren gar nicht mehr gibt. Die kurze Strecke bis nach Ramallah hätte der US-Außenminister rein logistisch problemlos meistern können. Dennoch trifft er sich wohl nicht mit Vertretern der Palästinenser.

Die Palästinenser lehnen offizielle Gespräche mit der US-Regierung ab, weil die US-Botschaft nach Jerusalem verlegt wird. Damit erkennen die USA Jerusalem als Hauptstadt Israels an, ohne dass es eine Einigung mit den Palästinensern gibt.

Ein hochrangiger Politiker der Palästinenser erklärte: Pompeo habe noch nicht einmal angefragt, ob man ihn vielleicht doch noch treffen wolle.

US-Außenminister Pompeo trifft Netanyahu
Benjamin Hammer, ARD Tel Aviv
30.04.2018 06:52 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. April 2018 um 20:00 Uhr.

Darstellung: