Pompeo und Maas in Mödlareuth | Bildquelle: dpa

Pompeo in Deutschland Historische Orte, starke Worte

Stand: 07.11.2019 20:38 Uhr

Am ersten Tag seines Besuchs in Deutschland fand US-Außenminister Mike Pompeo versöhnliche Worte. Streitthemen der deutsch-amerikanischen Freundschaft fasste er zunächst nicht an. Das dürfte sich heute ändern.

Es sind keine leichten Zeiten für ein Bekenntnis zur deutsch-amerikanischen Freundschaft. Twitter-Tiraden, Autozoll-Drohungen, NATO-Streit - selten war das Verhältnis der beiden Staaten angespannter.

Kein leichtes Terrain also für US-Außenminister Mike Pompeo bei seinem Deutschlandbesuch. US-Stützpunkt, "Little Berlin", Nikolaikirche, Synagoge in Halle - der Trump-Vertraute hatte sich viel vorgenommen für den ersten Tag. Begleitet wurde er dabei von Außenminister Heiko Maas. "Wir sind euch in großer Verbundenheit und in großer Dankbarkeit verpflichtet", sagte Maas an Pompeo gerichtet und fügte hinzu: "Wir verdanken unsere Freiheit und auch unsere Einheit ganz entschieden euch."

Pompeo im Gespräch mit Soldaten auf dem US-Stützpunkt in Grafenwöhr | Bildquelle: dpa
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Pompeo im Gespräch mit US-Soldaten auf dem US-Stützpunkt in Grafenwöhr.

Erinnerungen an "schmerzhafte Trennung"

Pompeo würdigte Deutschlands Rolle bei der internationalen Krisenbewältigung. "Wir haben dieselben Prinzipien, dieselben Sorgen. Gelegentlich haben wir einen anderen Ansatz. Das passiert unter guten Freunden und Verbündeten." Naturgemäß ging der Blick im 30. Jahr der Wende auch zurück - in eine Zeit, in der die Achse Berlin-Washington noch stabiler war. Pompeo sagte, er freue sich, in dieser historischen Woche in Deutschland zu sein.

Für den 55-Jährigen ist es auch eine Reise in die eigene Vergangenheit: In den 1980er-Jahren war er als US-Soldat in Bindlach bei Bayreuth stationiert. In dieser Zeit habe er die Gegend um Mödlareuth kennengelernt, erklärte sein Ministerium. Heute besuchte er den thüringisch-bayerischen Grenzort, der als "Little Berlin" bekannt wurde. 41 Jahre lang war der Ort durch die innerdeutsche Grenze geteilt. Nach einem Besuch in einem Grenzmuseum fühlte sich Pompeo an die "schmerzhafte Trennung" durch die Mauer erinnert.

US-Außenminister Pompeo in Halle. Dort traf er unter anderem Izzet Cagan, den Besitzer des Döner-Ladens, in dem der Attentäter von Halle einen Mann erschoss. | Bildquelle: AP
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US-Außenminister Pompeo traf in Halle auch Izzet Cagan.Ihm gehört der Döner-Imbiss, in dem der Attentäter von Halle einen Mann erschoss.

Von der Kirche in die Synagoge

Im Anschluss reisten die beiden Minister nach Leipzig. Dort besuchte die Delegation - laut Maas auf ausdrücklichen Wunsch Pompeos - auch die Nikolaikirche und trafen Zeitzeugen der friedlichen Revolution. Pompeo bezeichnete die Kirche als "eine der Geburtsstätten der deutschen Freiheit". Leipzig sei ein besonderer Ort, an dem die Menschen 1989 sehr mutig gewesen seien, erklärte er.

Am Abend ging es von Leipzig nach Halle. An den Ort, an dem im Oktober ein antisemitisch und rechtsextremistisch eingestellter Mann zwei Menschen erschossen hatte. Die Attacke auf die Synagoge erinnere ihn daran, "dass wir stets wachsam im Kampf für die Glaubensfreiheit bleiben müssen", erklärte Pompeo. Deutschland und die USA seien durch gemeinsame Werte wie Demokratie, Glaubens- und Religionsfreiheit miteinander verbunden, betonte der US-Außenminister.

In Berlin wartet ein Streitthema

Es sind versöhnliche Worte, die man in Deutschland zuletzt eher selten aus den USA zu hören bekam. Denn trotz der weiter engen Verbindung - noch immer sind rund 35.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert - dominierten zuletzt die Streitthemen.

Die dürften Pompeo auch am zweiten Tag seiner Deutschlandreise verfolgen. Dann steht neben Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz auch eine Verabredung mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an. Und bei diesem Arbeitstreffen geht es auch um das leidige Thema Verteidigungsausgaben.

US-Außenminister Pompeo in Berlin
Angela Ulrich, ARD Berlin
07.11.2019 21:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. November 2019 um 22:00 Uhr.

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