Eine Demonstrantin in New York schreit einen Polizisten an. | REUTERS

Einsatz gegen Schwarzen Polizisten nach Erstickungstod suspendiert

Stand: 04.09.2020 02:41 Uhr

Im Fall des ums Leben gekommenen Schwarzen Daniel Prude sind die involvierten Polizisten suspendiert worden. Die Bürgermeisterin von Rochester im US-Bundesstaat New York kritisierte die Informationspolitik der Polizei.

Im Fall des nach seiner Festnahme ums Leben gekommenen Schwarzen Daniel Prude sind die sieben beteiligten Polizisten vom Dienst suspendiert worden. Das sagte die Bürgermeisterin von Rochester, Lovely Warren, bei einer Pressekonferenz. "Daniel Prude wurde von der Polizei, unserem System der psychischen Gesundheitsfürsorge und unserer Gesellschaft im Stich gelassen, und er wurde von mir im Stich gelassen."

Prude war im März im Alter von 41 Jahren gestorben, nachdem lebenserhaltende Maßnahmen beendet wurden. Sieben Tage zuvor war der zu dem Zeitpunkt nackte und offensichtlich geistig verwirrte Mann in Rochester festgenommen worden. Polizisten zogen ihm eine Spuckschutzhaube über den Kopf und drückten seinen Kopf zu Boden. Ein Gerichtsmediziner kam zu dem Schluss, dass Prudes Tod ein Tötungsdelikt war, ausgelöst durch "Komplikationen des Erstickens im Rahmen physischer Einschränkungen". Der Bericht nannte als beitragende Faktoren ein Delirium und akute Vergiftung durch die Droge Phencyclidin, die auch als "Angel Dust" oder unter der Abkürzung PCP bekannt ist.

Videomaterial erhöhte öffentlichen Druck

Prudes Familie hatte am Mittwoch Videomaterial aus Bodycams und Aufzeichnungen veröffentlicht. Zuvor hatte Prudes Tod kaum öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Prude kam aus Chicago und besuchte in Rochester seine Familie. Die Polizei kam, nachdem Joe Prude den Notruf gewählt und berichtet hatte, dass sein Bruder das Haus verlassen habe und unter psychischen Problemen leide.

Nach der Veröffentlichung war Kritik laut geworden, dass die Stadt zu Prudes Tod monatelang geschwiegen hat. Bürgermeisterin Warren sagte, sie sei bezüglich der Umstände der Festnahme in die Irre geführt worden. Polizeichef La’Ron Singletary habe den Tod als Folge einer Drogen-Überdosis dargestellt, was "komplett anders" ist als das, was sie in den Aufnahmen der Bodycams gesehen habe. Sie habe erst am 4. August erfahren, dass Gewalt angewendet worden sei, sagte Warren. Sie sei "zutiefst persönlich und professionell enttäuscht" durch das Versagen des Polizeichefs, sie im Detail über die Geschehnisse zu informieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. September 2020 um 14:00 Uhr.