Danzigs Bürgermeister Pawel Adamowicz | Bildquelle: ADAM WARZAWA/EPA-EFE/REX/Shutter

Kommunalwahlen in Polen Opposition siegt in den Großstädten

Stand: 05.11.2018 02:56 Uhr

In den Städten Krakau und Danzig ist es der polnischen Regierungspartei nicht gelungen, die Bürgermeisterämter zu erobern. Ihre Kandidaten unterlagen der oppositionellen Bürgerplattform in Stichwahlen.

In einer zweiten Runde von Kommunalwahlen in Polen hat die regierende Partei Recht und Gerechtigkeit einer Prognose zufolge die Bürgermeisterwahlen in Krakau und Danzig verloren. In der Ostseehafenstadt Danzig gewann Amtsinhaber Pawel Adamowicz von der Bürgerplattform eine sechste Amtszeit, nachdem er laut dem Umfrageinstitut Ipsos knapp 65 Prozent der Stimmen bekommen hatte. Der Kandidat von Recht und Gerechtigkeit, Kacper Plazynski, hatte demnach nur knapp über 35 Prozent.

In Krakau sicherte sich der Bürgermeister Jacek Majchrowski sein Amt gegen Malgorzata Wassermann von Recht und Gerechtigkeit. Auch er hatte laut Prognose knapp 65 Prozent der Stimmen. Den Ipsos-Angaben zufolge gewann der Oppositionskandidat Bogdan Wenta, früher im Profihandball tätig, den Bürgermeisterposten in der Stadt Kielce.

Wähler in Polen | Bildquelle: AP
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In Polen wurden Stichwahlen um die Bürgermeisterämter in 649 Städten und Gemeinden durchgeführt.

Wahlen galten als Stimmungstests

Am Sonntag fanden Stichwahlen über die künftigen Bürgermeister in 649 Städten und Gemeinden statt. In der ersten Runde am 21. Oktober hatten Kandidaten der nationalkonservativen Regierungspartei die meisten Stimmen für die Regionalparlamente erhalten. Die PiS verlor jedoch die Bürgermeisterwahlen in Warschau, Posen und Lodz gegen eine gemäßigte EU-freundliche Koalition unter Führung der oppositionellen Bürgerplattform.

Die Abstimmung galt als Stimmungstest für die umstrittene Politik der PiS unter anderem im Umgang mit der Justiz des Landes und gegenüber der Europäischen Union. Die seit 2015 regierende Partei ist weiterhin sehr beliebt bei ihrer konservativen Basis. Kritiker werfen Recht und Gerechtigkeit vor, eine autoritäre Tendenz zu haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. November 2018 um 06:00 Uhr.

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