Regisseur Roman Polanski vor einem Filmplakat | AP

Oscar-Akademie Polanski bleibt ausgeschlossen

Stand: 26.08.2020 10:55 Uhr

Nach langjähriger Mitgliedschaft war der Filmemacher Polanski von der Oscar-Akademie ausgeschlossen worden. Hintergrund waren Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Der Versuch, juristisch gegen den Rauswurf vorzugehen, bleibt ohne Erfolg.

Oscarpreisträger und Filmemacher Roman Polanski wird nicht wieder Teil der Oscar-Akademie. Nach dem Urteil eines Gerichts in Los Angeles war der Rauswurf des Regisseurs 2018 wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe und damit wegen Verstößen gegen die Ethikstandards der Academy of Motion Picture Arts and Sciences rechtmäßig.

Polanski hatte im April 2018 auf seine Wiederaufnahme geklagt. Sein Ausschluss aus dem Gremium sei zu plötzlich und ohne Anhörung erfolgt, argumentierten damals seine Anwälte. Ihr Mandant habe kein faires Verfahren erhalten.

Dieser Ansicht ist das Gericht in Los Angeles allerdings nicht gefolgt. In der Begründung des Urteils hieß es, die Academy habe Polanski eine faire Anhörung und ausreichend Zeit geboten.

Ausschluss "fair und angemessen"

In einer Mitteilung der Academy, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert, hieß es, sie freuten sich über die Bestätigung des Gerichts, dass das Vorgehen gegen Polanski damals "fair und angemessen" gewesen sei.

Polanski hatte im Mai 2018 die für die Oscar-Vergabe zuständige Filmakademie im Zuge der Metoo-Debatte verlassen müssen. Zum Zeitpunkt seines Ausschlusses war er seit beinahe 50 Jahren Mitglied.

Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe waren damals auch Entertainer Bill Cosby und Produzent Harvey Weinstein ausgeschlossen worden.

Sexualdelikt in den 70er-Jahren

1977 hatte der polnisch-französische Filmemacher unerlaubte sexuelle Handlungen mit einer damals 13-Jährigen vor Gericht zugegeben. Vor der Verkündung des Strafmaßes floh er aus den USA nach Frankreich.

Polanskis Anwälte haben wiederholt eine Beendigung der Strafverfolgung gefordert. Den damaligen Anklägern haben sie das Vertuschen von Prozessfehlern sowie korrupte Machenschaften vorgeworfen.

Auch Polanskis Opfer, eine heute 57 Jahre alte Amerikanerin, hat mehrmals öffentlich bekundet, dass sie nicht gegen den Regisseur vorgehen wollte.

Eine Anfechtung des Urteils sei jedoch nicht geplant, teilten die Anwälte von Roman Polanski der Nachrichtenagentur AP mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. August 2020 um 17:00 Uhr.