Plastikmüll liegt am Strand  (Archivbild) | dpa

UN-Versammlung macht Weg frei Globales Plastikmüll-Abkommen in Sicht

Stand: 02.03.2022 15:43 Uhr

Die internationale Staatengemeinschaft will gegen Plastikvermüllung vorgehen. Vertreter aus aller Welt haben sich bei einer UN-Umweltkonferenz erstmals auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. Ein entsprechendes Abkommen soll nun ausgehandelt werden.

Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA) hat konkrete Verhandlungen für ein rechtsverbindliches globales Plastik-Abkommen in die Wege geleitet. Die Delegationen stimmten in Nairobi einstimmig für die Einsetzung eines sogenannten zwischenstaatlichen Verhandlungskomitees, welches das internationale Abkommen aushandeln soll. Die Vereinbarung soll spätestens Ende 2024 rechtsverbindlich werden.

Tag für die "Geschichtsbücher"

Der Vorsitzende der Umweltversammlung, der norwegische Umweltminister Espen Barth Eide, sprach von einem Tag, der in die "Geschichtsbücher" eingehen werde. Nun beginne der Prozess der Verhandlungen über ein Verbot der Plastikverschmutzungen. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen der Klima- und der Umweltkrise, hob Eide hervor.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke sprach von einem "historischen Ergebnis". Das Ergebnis sei vergleichbar mit dem Pariser Klimaabkommen, sagte die Grünen-Politikerin in Nairobi. Es sei das erste Mal, dass die internationale Staatengemeinschaft sich darauf verständigt habe, gegen Plastikvermüllung vorzugehen, sagte Lemke. 

Verhandler können Höchstgrenzen festlegen

Bei den Verhandlungen über das Abkommen soll der vollständige Lebenszyklus von Plastik unter die Lupe genommen werden. Dazu zählen die Herstellung, der Gebrauch, die Entsorgung im Müll oder die Wiederverwendung. Die Verhandler können zahlenmäßige Höchstgrenzen und verbindliche freiwillige Maßnahmen gegen Plastikmüll an Land und im Meer festlegen.

Auch Kontrollmaßnahmen und Hilfsmaßnahmen für ärmere Länder gehören zu dem Verhandlungsmandat. Die Verhandlungen der UN-Umweltversammlung sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Sie stehen allen Mitgliedstaaten der UNO offen. 

2019 wurden rund 460 Millionen Tonnen Plastik produziert. Davon landeten 353 Million Tonnen im Müll. Nur zehn Prozent des weltweit produzierten Plastiks werden derzeit wiederverwertet, 22 Prozent landen auf wilden Müllhalden oder werden ungeschützt in der Umwelt entsorgt, wie die Organisation für Wirtschaft und Zusammenarbeit (OECD) auflistete.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2022 um 17:00 Uhr.