Blutplasmaspende | REUTERS

Notfallgenehmigung Trump erlaubt Blutplasma-Therapie

Stand: 24.08.2020 02:42 Uhr

Blutplasma von genesenen Corona-Patienten ist reich an Antikörpern. Die USA haben nun per Notfallgenehmigung erlaubt, dass Kranke damit therapiert werden - ein politisches Signal vor dem Parteitag der Republikaner.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Amerikaner mit einer schweren Covid-19-Erkrankung sollen noch häufiger mit antikörperreichem Plasma von bereits geheilten Patienten behandelt werden. US-Präsident Donald Trump sprach von einem "historischen Durchbruch". Die Entscheidung würde zahllose Leben retten.

Torsten Teichmann ARD-Studio Washington

Tatsächlich gibt es Einschränkungen bei der Vorhersage der Wirksamkeit. Patienten, die ins Krankenhaus kommen, haben eine 35 Prozent höhere Chance die Erkrankung zu überleben, wenn sie in den ersten drei Tagen mit antikörperreichem Plasma behandelt werden, jünger als 80 Jahre sind und nicht beatmet werden müssen. Klinische Studien über die Wirksamkeit seien noch nicht abgeschlossen, erklärte der Chef der Medikamentenaufsicht FDA, Stephan Hahn.

Politisches Signal vor Beginn des Parteitages

Trumps Pressekonferenz kurz vor Beginn des Parteitags der Republikaner war deshalb vor allem ein politisches Signal. Der Präsident steht in der Kritik, seine Administration habe zu wenige getan, um die Pandemie einzudämmen.

Wegen der landesweiten Gesundheitskrise haben die Republikaner ihr Treffen in Charlotte in North Carolina auf den heutigen Tag verkürzt und die Zahl der Teilnehmer auf 336 begrenzt - statt etwas 2500 in anderen Jahren. Jeder Delegierte vor Ort trägt eine Marke, die über Bluetooth Kontakte verfolgt, um die Gefahr von Corona-Infektionen zu kontrollieren.  

Die übrigen Tage läuft auch bei den Republikanern ein Livestream. Am kommenden Donnerstag will Präsident Donald Trump die Nominierung der republikanischen Partei, vom Weißen Haus aus akzeptieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. August 2020 um 01:24 Uhr.