Der Opernstar Plácido Domingo spricht vor einem roten Samtvorhang auf der Bühne der Metropolitan Opera in New York City. | Bildquelle: AFP

Nach Belästigungsvorwürfen US-Kulturhäuser laden Domingo aus

Stand: 14.08.2019 12:53 Uhr

Aufgrund der Belästigungsvorwürfe gegen den spanischen Opernstar Domingo distanzieren sich mehrere US-Einrichtungen von dem 78-Jährigen. Mehrere Frauen hatten in einem Medienbericht Anschuldigungen erhoben.

Nachdem durch Berichte der Nachrichtenagentur AP Belästigungsvorwürfe gegen Plácido Domingo bekannt geworden sind, gehen mehrere Kulturinstitutionen in den USA auf Abstand zu dem spanischen Opernstar.

Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Startenor Placido Domingo
tagesschau 20:00 Uhr, 14.08.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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So sagte etwa die Oper in San Francisco ein Konzert mit Domingo ab, das für den 6. Oktober geplant war. In einem schriftlichen Statement auf seiner Webseite begründete das Haus seine Entscheidung mit den eigenen Richtlinien zur Bekämpfung sexueller Belästigung. Die Oper wolle ein "sicheres und geschütztes Umfeld schaffen", in dem sich die Mitarbeiter und Künstler auf die "Arbeit und Kunst konzentrieren können" und in welchem Kollegen mit "Respekt, Würde und Kollegialität" behandelt würden.

Auch das Philadelphia Orchestra zog Konsequenzen aufgrund der Anschuldigungen gegen den 78-Jährigen und zog eine Einladung Domingos zum Eröffnungskonzert am 18. September zurück.

Oper in L.A. kündigt Untersuchung an

Bei der Oper in Los Angeles hat Domingo den Posten als Generaldirektor inne. Auf seiner Internetseite betont das Haus, Domingo habe seit rund drei Jahrzehnten einen "dynamischen, kreativen Einfluss" auf die Oper und die Kulturszene in der Metropole ausgeübt. Gleichzeitig äußerte sich die Oper ähnlich wie die San Francisco Opera und stellte das eigene Bestreben in den Vordergrund, für die Mitarbeiter ein Umfeld mit Respekt und Wertschätzung zu schaffen. Die Oper kündigte eine eigene Untersuchung zu den Vorwürfen gegen Domingo an.

Salzburg hält an Domingo fest, Wien wartet ab

Die Salzburger Festspiele wollen Domingo wie geplant bei zwei Aufführungen der Verdi-Oper "Luisa Miller" am 25. und 31. August singen lassen. "Ich fände es sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen", sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler laut einer Mitteilung.

Auch die Wiener Staatsoper will vorerst abwarten, sich nach den Theaterferien ausführlich mit der Thematik befassen, Gespräche führen und erst dann Entscheidungen treffen, teilte das Haus der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit.

Von Umarmungen bis hin zu nächtlichen Treffen

In dem AP-Bericht schilderten mehrere Frauen, darunter Sängerinnen und eine Tänzerin, mutmaßliche Vorfälle, die 20 bis 30 Jahre zurückliegen. Domingo habe sie umarmt, geküsst, in der Nacht angerufen und zu privaten Treffen gedrängt, bei denen es teils auch zum Sex gekommen sein soll.

Domingo selbst wies sämtliche Anschuldigungen schriftlich als "zutiefst beunruhigend" und "unzutreffend" zurück.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. August 2019 um 11:55 Uhr.

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