Implantate der Firma PIP

Brustimplantate-Skandal Neues Verfahren gegen TÜV Rheinland

Stand: 10.10.2018 16:22 Uhr

Der TÜV Rheinland muss möglicherweise doch Schadensersatz wegen mangelhafter Brustimplantate zahlen. Das oberste Gericht in Frankreich hob ein Urteil aus dem Jahr 2015 auf. Jetzt wird neu verhandelt.

Im Skandal um minderwertige Brustimplantate muss sich der TÜV Rheinland in Frankreich erneut vor Gericht verantworten. Nach einem Urteil des obersten Gerichts des Landes werden die Schadenersatzklagen gegen den Technischen Überwachungsverein neu aufgerollt.

Der Pariser Kassationshof hob ein Urteil aus Aix-en-Provence auf, das eine Haftung des TÜV Rheinland im Jahr 2015 abgelehnt hatte. Damit waren auch Schadenersatzforderungen in Höhe von fast sechs Millionen Euro abgewiesen worden. Die Frage soll nun vor dem Pariser Berufungsgericht neu verhandelt werden.

Reißanfällige Implantate

Der TÜV hatte die Brustimplantate des französischen Herstellers PIP bis 2010 in der EU zertifiziert. Dann kam heraus, dass PIP jahrelang ein nicht zugelassenes Silikongel für die Kissen verwendete. Schätzungen zufolge wurden die reißanfälligen Implantate weltweit bei Hunderttausenden Frauen eingesetzt.

Der TÜV Rheiland sieht sich selbst als Opfer des Betrugs des Herstellers PIP.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Fernsehen am 10. Oktober 2018 um 10:55 Uhr.

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