Ana-Maria Ramos | Bildquelle: ARD Washington

Weltspiegel-Reportage Trump treibt sie an

Stand: 07.10.2018 13:38 Uhr

Noch nie in der Geschichte der USA haben so viele Frauen für politische Ämter kandidiert – viele von ihnen zum ersten Mal. Die meisten treibt die Wut auf den US-Präsidenten an. Doch Trump bekommt auch weibliche Unterstützung.

Von Verena Bünten, ARD-Studio Washington

Jedes Wochenende macht sich Ana-Maria Ramos auf den Weg, um die Bequemen, die Unentschlossenen und die Gleichgültigen für sich zu gewinnen. In Dallas im konservativen US-Bundesstaat Texas ist das ein hartes Stück Arbeit, denn Ramos ist Frau, Latina - und Kandidatin für die Demokraten. Mit ihrem Team klopft sie gezielt an die Türen von potenziellen Wählern, um sie daran zu erinnern, wählen zu gehen, am besten für sie.

Ramos kandidiert für das texanische Repräsentantenhaus. Die eher moderate Demokratin wird wütend, wenn es um Präsident Donald Trump geht: "Ich bin vor 30 Jahren sexuell bedrängt worden und habe lange nicht darüber gesprochen - und immer noch werden hier starke Frauen schlechtgemacht", sagt sie mit Blick auf Trump und seinen umstrittenen Richterkandidaten Brett Kavanaugh. "Das fängt ganz oben an beim Präsidenten. Wir müssen dafür sorgen, dass das aufhört und als Frauen dagegen kämpfen."

Ana-Maria Ramos | Bildquelle: ARD Washington
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Latina, Frau, Kandidatin: Ana-Maria Ramos strebt in die Politik aus Wut über Trump.

Unterstützt von Ex-Präsident Obama

Ramos kommt am Haus einer alten Bekannten vorbei. Im Vorgarten ergänzen Wahlkampfschilder mit ihrem Portrait die Halloween-Dekoration. "Not my President" steht auf dem T-Shirt der Bewohnerin - Joanne Groshardt lebt ganz offensichtlich ihre Antipathie für Trump. "Ich habe tolle Neuigkeiten", erzählt ihr Ramos: "Obama unterstützt meine Kandidatur." "Sie wird das schaffen, sie wird gewinnen", sagt Wählerin Groshardt über Ramos: "Die alten weißen republikanischen Männer haben schon Angst vor ihr."

"Zum ersten Mal fühle ich mich von jemandem repräsentiert", erzählt Wahlkampfhelferin Marina Armstrong über Kandidatin Ramos. "Sie steht für bezahlbare Gesundheitsversorgung, verteidigt aber auch Aufklärung und das Recht auf Abtreibung." Das ist der gelernten Krankenschwester Armstrong wichtig.

USA: Trump sei Dank - Mehr Frauen in die Politik
Weltspiegel , 06.10.2018, Verena Bünten, ARD Studio Washington

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Historischer Ansturm auf politische Ämter

Frauen wie Ramos seien Teil einer neuen Bewegung, sagt Kimberly Caldwell von der Unterstützer-Organisation "Annie´s List". Seit Jahren berät die Gruppe mit vielen Schwesterorganisationen progressive Frauen, die politisch aktiv werden wollen. Vor der Präsidentschaftswahl gab es USA-weit gerade mal 900 Anfragen im Jahr. Nach Trumps Bestätigung schnellte die Zahl auf 42.000, so die Gruppe.

"Keiner wird den Geist in die Flasche zurückkriegen", glaubt Caldwell. "Die Wähler wollen wieder Werte und ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem - dafür stehen unsere weiblichen Kandidatinnen und dafür werden sie gewählt werden."

Joanne Groshardt | Bildquelle: ARD Washington
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Joanne Groshardt hat ihre Entscheidung schon getroffen.

"Trumpettes" verteidigen ihren Präsidenten

Auch Dena Miller war vor Trump nicht politisch aktiv. Inzwischen setzt sie sich jeden Tag für ihn ein - als Präsidentin der Frauengruppe "Trumpettes of America". "Immer diese Frage, was der Präsident für die Frauen tut - wichtiger ist, was er für uns alle tut", sagt Miller: "Er bringt dieses Land nach vorne, so dass wir alle erfolgreich sein können: Kapitalismus, Unternehmertum, für Männer und Frauen. Ich kann das nicht ausstehen, wenn immer diese Frauenkarte gespielt wird."

Die "Trumpettes" treffen sich gerne in Millers Polo-Club und schwärmen von ihrem Präsidenten: "Fantastisch, ein richtiger Kerl, der lässt sich nichts sagen." Für die wütenden Kandidatinnen haben sie wenig Verständnis: "Diese verrückten Frauen haben nichts anderes zu tun. Sie sollten dankbar sein, dass sie hier in Amerika das Recht zur Kandidatur haben."

Kritik angeblich feindlicher Medien

Trump vertritt ihre Werte: Sie wollen eine starke Wirtschaft um jeden Preis und sind strikt gegen Einwanderung und Abtreibung. Angebliche Affären oder Ausrutscher von Trump gegenüber Frauen? "Lasst Jungs doch Jungs sein", sagt Miller. Jegliche Kritik am Präsidenten sehen sie als Machenschaft feindlicher Medien: "Die sind anti-amerikanisch und gegen Trump, weil er möchte, dass es allen gutgeht."

Die Realität der "Trumpettes", sie scheint eine andere zu sein als die der wütenden Kandidatinnen. Jede Seite intensiviert vor den Zwischenwahlen ihren Kampf - für oder gegen den Präsidenten, der Amerikas Frauen spaltet.

"Trumpettes of America" | Bildquelle: ARD Washington
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Begeistert über einen "richtigen Mann" im Weißen Haus: die "Trumpettes of America"

Dena Miller | Bildquelle: ARD Washington
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Dena Miller, Präsidentin der "Trumpettes of America", versteht die weiblichen Trump-Gegner nicht.

Über dieses Thema berichtete der Weltspiegel am 06. Oktober 2018 um 16:30 Uhr.

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