Ersthelfer arbeiten an der Unfallstelle, nachdem ein Lockheed C-130 Flugzeug der philippinischen Luftwaffe bei der Landung in Patikul, Provinz Sulu, Philippinen, abgestürzt ist. | via REUTERS

Mehr als 90 Menschen an Bord Militärflugzeug auf den Philippinen verunglückt

Stand: 04.07.2021 12:18 Uhr

Ein Militärflugzeug ist auf den Philippinen verunglückt. Mindestens 29 Menschen starben, 50 konnten aus dem brennenden Wrack gerettet werden. 17 werden noch vermisst.

Nach einer fehlgeschlagenen Landung ist ein philippinisches Militärflugzeug des Typs C-130 Hercules mit mehr als 90 Menschen an Bord abgestürzt. Mindestens 29 Menschen kamen ums Leben. 17 Insassen würden noch vermisst, während 50 verletzt gerettet worden seien, sagte Militärchef William Gonzales.

Die Maschine habe bei der Landung in Patikul auf der Insel Jolo die Landebahn verpasst, sagte Militärsprecher Cirilito Sobejana. Bei dem Versuch, wieder durchzustarten, sei sie abgestürzt. "Wir tun unser Bestes, um die Passagiere zu retten", betonte Sobejana. Bei dem Unglück sei ein Feuer ausgebrochen. Die Geretteten seien sofort in ein Militärkrankenhaus auf Jolo gebracht worden. Die Armee geht bislang nicht von einem Terroranschlag aus.

Die Karte Zeigt Jolo auf den Philippinen

Viele Soldaten kamen aus der Grundausbildung

Die Maschine war in der der Nähe von Manila auf einem Luftwaffenstützpunkt gestartet und dann über Cagayan de Oro auf der Insel Mindanao nach Jolo unterwegs. Viele der Soldaten an Bord hatten nach Angaben der Armee kürzlich ihre Grundausbildung abgeschlossen und sollten nun auf Jolo stationiert werden.

Die Insel liegt im mehrheitlich muslimischen Süden der Philippinen, wo die Armee unter anderem gegen die Islamistengruppe Abu Sayyaf im Einsatz ist. Abu Sayyaf war in den 1990er-Jahren mit Geld von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gegründet worden. Die Gruppierung wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt.

Im Jahr 2017 enthaupteten die Islamisten den 70-jährigen deutschen Segler Jürgen Kantner, nachdem ihre Forderungen nach einem Lösegeld von rund 600.000 Dollar nicht erfüllt worden waren.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Juli 2021 um 09:21 Uhr.