Freunde und Gleichgesinnte begleiteten Ordensschwester Fox zum Flughafen | Bildquelle: FRANCIS R MALASIG/EPA-EFE/REX/Sh

Philippinen Duterte-Kritikerin muss ausreisen

Stand: 04.11.2018 11:45 Uhr

27 Jahre hat die australische Ordensschwester Fox auf den Philippinen gearbeitet. Weil sie Präsident Duterte kritisierte, musste sie nun das Land verlassen. Die Behörden warfen ihr politische Einmischung vor.

Eine prominente Kritikerin des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte ist des Landes verwiesen worden. Wie der australische Fernsehsender ABC News berichtete, verließ die katholische Ordensschwester Patricia Fox die Philippinen und reiste in ihr Heimatland Australien.

Dutzende Aktivisten, Arbeiter, Priester, Nonnen und Stammesangehörige verabschiedeten sie mit einem Gottesdienst und brachten sie mit einem Fahrzeugkonvoi zum Flughafen.

Den Angaben zufolge hatten sich die Behörden in Manila geweigert, ihr Visum als Missionarin zu verlängern. Die 71-Jährige, der man "politische Einmischung" vorwarf, hatte nur noch eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis erhalten und war angewiesen worden, das südostasiatische Inselreich bis Anfang November zu verlassen. Unterstützer und Anwälte der Ordensfrau sowie Vertreter der katholischen Kirche hatten gegen die Ausweisung protestiert.

Freunde und Gleichgesinnte begleiteten Ordensschwester Fox zum Flughafen | Bildquelle: AP
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Freunde und Gleichgesinnte begleiteten Ordensschwester Fox zum Flughafen - ob sie jemals auf die Philippinen zurückkehren kann, ist ungewiss.

Einsatz für Gerechtigkeit

Die Ordensschwester hatte 27 Jahre auf den Philippinen gearbeitet und dort die Arbeit katholischer Schwesternorden koordiniert. Sie setzte sich vor allem für arme Arbeiter, Bauern und politische Gefangene ein. Deswegen war sie sogar zwischenzeitlich festgenommen worden. Außerdem hatte sie Dutertes blutigen "Krieg gegen die Drogen" kritisiert.

Im Zuge dieses brutalen Feldzugs wurden nach Schätzungen von Menschenrechtlern seit dem Amtsantritt des Präsidenten Mitte 2016 mindestens 12.000 Menschen ermordet. Die meisten davon stammten aus armen Bevölkerungsschichten.

Die Grenzen des Engagements

Die Behörden warfen Fox vor, sie habe sich weit über ihre Gemeinschaft in einem Vorort von Manila hinaus engagiert und die Regierung mit politischen und Menschenrechtsfragen kritisiert. Den Entzug des Visums begründete die Einwanderungsbehörde mit den Worten, für Ausländer sei die Einreise auf die Philippinen eine Vergünstigung und kein Recht.

Fox erklärte nach ihrer Landung in Melbourne, sie werde ihren Einsatz für die Armen und Benachteiligten auf den Philippinen fortführen. Zudem appellierte sie an die australische Regierung, wegen der schweren Menschenrechtsverletzungen mehr Druck auf Duterte auszuüben. Dem philippinischen Präsidenten warf sie eine "Herrschaft des Terrors" und "Tyrannei" vor.

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