Fläschchen mit Impfdosen des Impfstoffherstellers BioNTech/Pfizer | AP

Auffrischung BioNTech/Pfizer wollen Zulassung für dritte Dosis

Stand: 09.07.2021 08:08 Uhr

Die Unternehmen BioNTech und Pfizer sehen die Notwendigkeit einer dritten Dosis ihres Corona-Impfstoffs. Hintergrund sind Daten aus Israel, die auf einen Rückgang der Schutzwirkung nach einem halben Jahr hindeuten.

Die Impfstoffhersteller BioNTech und Pfizer wollen bald die Zulassung für die Verabreichung einer dritten Dosis ihres Corona-Impfstoffs beantragen. Die beiden Unternehmen planen nach eigenen Angaben, "in den kommenden Wochen" entsprechende Daten bei der US-Behörde FDA, der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und weiteren Zulassungsbehörden einzureichen.

Hintergrund sind Daten aus Israel, die auf einen Rückgang der Schutzwirkung nach einem halben Jahr hindeuten. "Wie anhand der vom israelischen Gesundheitsministerium erhobenen Daten aus der praktischen Anwendung bereits deutlich wurde, sinkt die Schutzwirkung des Impfstoffs gegenüber Infektionen und symptomatischen Erkrankungen sechs Monate nach der zweiten Impfung", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Deutlich mehr Antikörper nach dritter Dosis

Auf Basis der bisher vorliegenden Daten sei es wahrscheinlich, "dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird". Erste Daten der Studie zeigen demnach, dass eine dritte Impfung mit dem BioNTech-Vakzin die Menge an Antikörpern um das fünf- bis zehnfache erhöht. Details sollten bald in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert werden.

Die Unternehmen rechnen den Angaben zufolge auch damit, dass eine dritte Dosis zuverlässig bei der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus wirken wird. BioNTech arbeitet derzeit außerdem an einem Impfstoff, der speziell vor der Delta-Variante schützen soll. Die ersten Proben sind in einem Werk in Mainz in Produktion. Die klinischen Studien könnten nach Angaben von BioNTech und seines US-Partners Pfizer im August beginnen.

Auffrischung laut US-Behörde derzeit nicht nötig

Kurz nach dem Statement von Pfizer und BioNTech hieß es in einer von US-Medien verbreiteten Mitteilung der FDA und der US-Gesundheitsbehörde CDC, Bürger, die vollständig geimpft seien, benötigten derzeit keine Auffrischungsimpfung. Man sei aber auf die Verabreichung von Auffrischungsdosen vorbereitet, sollten wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sie notwendig seien.

Viel wichtiger sei, erst einmal so viele Menschen wie möglich mit zwei Spritzen gegen die vorherrschenden Viren zu schützen. Derzeit sind erst 48 Prozent der US-Bevölkerung vollständig geimpft. "Wir bewegen uns derzeit auf zwei amerikanische Welten zu", so die Chefin des amerikanischen Bundesgesundheitsamts, Rochelle Walensky. "Die Regionen mit hoher Impfdichte kehren zur Normalität zurück, in den anderen kommen wieder immer mehr Menschen ins Krankenhaus."

Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete BR24 im Radio am 09. Juli 2021 um 07:03 Uhr.