Xi Jinping und Vladimir Putin (Archivbild vom 12.09.2018) | Bildquelle: AP

Umfrage zur Beliebtheit Selbst Putin und Xi überholen Trump

Stand: 02.10.2018 11:05 Uhr

Vorbild USA - seit der Wahl von Trump zum Präsidenten gerät dieser Status ins Wanken. Eine Umfrage unter mehr als 26.000 Menschen aus 25 Ländern zeigt: Selbst Putin und Xi genießen weltweit höheres Vertrauen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel genießt einer Umfrage zufolge weltweit ein deutlich höheres Ansehen als US-Präsident Donald Trump. Nur 27 Prozent der Befragten aus 25 Ländern vertrauen demnach Trump, in der internationalen Politik die richtigen Entscheidungen zu treffen. 70 Prozent trauen ihm dies nicht zu. Bei Merkel liegt der Vertrauenswert bei 52 Prozent (Misstrauen: 31 Prozent).

Trump hinter Merkel, Macron, Xi und Putin

In der Erhebung des US-Forschungsinstituts Pew Research Center liegt Trump damit sogar hinter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, die Werte von 30, beziehungsweise 34 Prozent erhalten. Dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vertrauen 46 Prozent. Abgefragt wurden die fünf Regierungschefs bei mehr als 26.000 Menschen.

In Deutschland liegt der Zustimmungswert zu Trump noch deutlich unter dem Durchschnitt: Der Umfrage zufolge vertrauen dem Republikaner hierzulande lediglich zehn Prozent, bei Barack Obama waren es vor zwei Jahren noch 86 Prozent. Ähnlich niedrig ist der Wert in Frankreich: Dort vertrauen Trump sogar nur neun Prozent. Die niedrigste Zustimmungsrate hat Trump in Mexiko, wo ihm lediglich sechs Prozent vertrauen.

Kanzlerin Merkel im Gespräch mit US-Präsident Trump | Bildquelle: REUTERS
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Auch das Vertrauen in Kanzlerin Merkel ist weltweit höher als das in Trump.

Vorbildfunktion in Gefahr

Eine große Mehrheit der Befragten teilt die Einschätzung, dass Trump bei seinen außenpolitischen Entscheidungen ihre Interessen nicht berücksichtige. Mehr als ein Drittel glauben, die USA tun weniger gegen die globalen Probleme als früher. Auch die Vorbildfunktion der Vereinigten Staaten als "Land of the free" gerät ins Wanken: Nur noch 51 Prozent sind der Überzeugung, dass die Regierung die persönlichen Freiheiten seiner Bürger respektiert.

Ganz anders dagegen sehen die Menschen in Israel den US-Präsidenten: Hier stieg seine Zustimmungsrate von 56 Prozent im Jahr 2017 auf nun 69 Prozent. Trump hatte die umstrittene Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Auch auf den Philippinen (78 Prozent), in Kenia (56 Prozent) und in Nigeria (59 Prozent) vertrauen mehr als die Hälfte der Befragten Trump.

Ein Bus mit Banner "Trump, make Israel great again" fährt durch Jerusalem. | Bildquelle: REUTERS
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Seit der Entscheidung, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, ist das Vertrauen der Israelis in Trump gestiegen.

Weltmachtstatus bröckelt

Die Aussage, dass die USA heute eine wichtigere Rolle spielen als vor zehn Jahren, bejahten 31 Prozent der Befragten, 25 Prozent verneinten dies. 35 Prozent meinten, die Rolle habe sich nicht verändert. Dagegen haben sich die Ansichten über China stark verändert: 70 Prozent der Befragten sagten, die Rolle Chinas in der Welt habe sich im vergangenen Jahrzehnt vergrößert. Als führende Wirtschaftsmacht betrachten weiterhin die meisten (39 Prozent) die USA, 34 Prozent meinen, China habe diese Rolle inne.

Die niedrigen Werte schlagen sich auch in der Beliebtheit der USA in der Welt nieder: Während in Deutschland vor zwei Jahren noch 57 Prozent der Befragten positiv auf die Vereinigten Staaten blickten, sind es in der aktuellen Umfrage nur noch 30 Prozent.

Merkel punktet in Nord- und Westeuropa

Merkel erhält die höchste Zustimmungsrate in den Niederlanden (85 Prozent), in Schweden (82 Prozent) und in Frankreich (78 Prozent). In Deutschland dagegen liegt der Wert lediglich bei 68 Prozent - ein Rückgang von 13 Prozentpunkten im Vergleich zu 2017. Am wenigsten Vertrauen schenken ihr die Befragten in Griechenland (15 Prozent) und Ungarn (31 Prozent). Auch in Polen erhält Merkel nur 37 Prozent Zustimmung - landet damit aber trotzdem vor den anderen vier abgefragten Staatschefs.

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