US-Vize Pence lässt sich gegen Corona impfen | AP

Corona in den USA US-Vize Pence lässt sich live impfen

Stand: 18.12.2020 16:30 Uhr

Seit Anfang der Woche können sich US-Amerikaner gegen das Corona-Virus impfen lassen. Jetzt haben auch US-Vizepräsident Pence und seine Frau das Mittel bekommen - vor laufenden Kameras.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist in den USA seit fünf Tagen verfügbar. Jetzt hat sich auch der Vizepräsident das Mittel verabreichen lassen: Mike Pence, seine Frau Karen sowie der Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Jerome Adams, ließen sich die Spritzen live im Fernsehen geben. Pence sagte, das amerikanische Volk könne sicher sein: "Wir haben einen sicheren Impfstoff und in einigen Stunden vielleicht zwei".

Zweiter Impfstoff kurz vor der Zulassung

Damit bezieht sich Pence auf den Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna. Er rechnet offenbar mit einer Notfall-Zulassung noch heute. Ähnlich äußerte sich Gesundheitsminister Alex Azar gegenüber dem Sender ABC. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump getwittert, die Zulassung sei schon erteilt.

Die Arzneimittelbehörde FDA hat das bisher noch nicht bestätigt. Gestern hatte lediglich ein Beratergremium der Behörde eine Notzulassung des Moderna-Präparats für Volljährige empfohlen.

Zurückhaltende Impfbereitschaft

Viele US-Bürgerinnen und - Bürger sind in Sachen Corona-Impfung zurückhaltend. Ein Umfrage der Associated Press und des NORC-Centers ergab, dass sich nur etwa die Hälfte von ihnen so schnell wie möglich impfen lassen möchte. Ein Viertel der Befragten erklärte, sie hätten kein Interesse, ein weiteres Viertel lehnte Impfungen grundsätzlich ab. Besonders skeptisch sind schwarze Amerikaner und Minderheiten. Viele äußern sich besorgt wegen der schnellen Zulassung der Corona-Impfstoffe.

Biden will sich bald impfen lassen

Gestoppt werden kann die Pandemie aber nur, wenn sich viele Menschen impfen lassen. US-Chefimmunologe Anthony Fauci sagte, 75 bis 85 Prozent der Einwohner müssten geimpft sein, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, bei der sich das Virus nicht mehr verbreiten kann. Präsident Trump hat sich mit öffentlichen Äußerungen zu dem Impfprogramm zurückgehalten. Dagegen hat sein gewählter Nachfolger Joe Biden angekündigt, sich kommende Woche impfen zu lassen.

Infektionslage in Europa

Obwohl die USA mit mittlerweile mehr als 310.000 Toten mit am stärksten von der Pandemie betroffen sind, verwies Trump lieber auf die Infektionslage in Europa: Es sei wie andere Teile der Welt "stark vom Chinavirus betroffen - besonders Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Die Impfstoffe sind auf dem Weg!"

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 18. Dezember 2020 um 17:14 Uhr.