Papst Franziskus nimmt an einer Eucharistiefeier im Regiensaal des Apostolischen Palastes im Vatikan teil.  | Bildquelle: AFP

Missbrauchsurteil gegen Pell Vatikan spricht von "schmerzhafter Nachricht"

Stand: 26.02.2019 13:52 Uhr

Der Vatikan zeigt sich geschockt über die Nachricht, dass der einstige Papst-Vertraute Kardinal Pell wegen Missbrauchs verurteilt wurde. Ein Sprecher betonte, dass man den Berufungsprozess abwarten wolle.

Der Vatikan hat den Schuldspruch wegen Kindesmissbrauchs gegen den australischen Kardinal George Pell als "schmerzhafte" Nachricht bezeichnet. Viele Menschen seien schockiert, sagte Vatikansprecher Alessandro Gisotti. Doch Pell habe seine Unschuld beteuert und das Recht, sich bis zur letzten gerichtlichen Instanz zu verteidigen. Der Vatikan werde das Ergebnis des Berufungsprozesses abwarten.

Kontakt zu Minderjährigen verboten

Außerdem wurde der bisherige Status Pells bestätigt. Bis es "definitive Fakten" gebe, seien dem Kardinal die öffentliche Ausübung seines Amtes sowie jeglicher Kontakt mit Minderjährigen verboten, sagte der Vatikansprecher.

Petersdom
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Ein Vatikansprecher sagte, dass die Kirche eine sichere Heimat für alle sein solle.

Er verlas eine Erklärung zum Urteil gegen Pell, der in seinem Heimatland wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-Jährigen sowie sexueller Belästigung in weiteren Fällen schuldig gesprochen worden war. Pells Verteidiger hatten direkt nach dem Urteil Berufung angekündigt.

Gisotti bekräftigte erneut, dass der Vatikan alles tue, damit die Kirche eine "sichere Heimat für alle, besonders Kinder und leicht verletzliche Menschen", sei.

Urteil fiel bereits im Dezember

Der beurlaubte Finanzminister des Vatikan ist weltweit der bislang ranghöchste katholische Würdenträger, der wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen angeklagt und verurteilt wurde. Das Urteil fiel bereits im Dezember, wurde wegen eines Berichterstattungsverbotes jedoch erst jetzt öffentlich.

Australischer Kardinal Pell wegen Kindesmissbrauchs für schuldig befunden
tagesschau 12:00 Uhr, 26.02.2019, Gabor Halasz, NDR

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Am Tag nach dem unter Ausschluss der Medienöffentlichkeit verkündeten Urteil entließ Papst Franziskus Pell aus seinem Kardinalsrat für die Kirchenreform. Das Gericht habe als erwiesen angesehen, dass Pell vor 22 Jahren als Erzbischof in der Kathedrale von Melbourne einen 13 Jahre alte Jungen zum Oralverkehr gezwungen und einen zweiten sexuell genötigt haben, hieß es in Medienberichten. Die Aufhebung des Berichterstattungsverbotes wurde nun laut australischen Medien mit dem Verzicht der Staatsanwaltschaft auf ein zweites Verfahren gegen Pell begründet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Februar 2019 um 14:00 Uhr.

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