Kardinal Pell | Bildquelle: AFP

Kindesmissbrauch Australischer Kardinal Pell verhaftet

Stand: 27.02.2019 05:42 Uhr

Der australische Kardinal Pell ist nach seiner Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs inhaftiert worden. Das ordnete ein Gericht in Melbourne an. Ihm drohen bis zu 50 Jahre Gefängnis.

Nach seiner Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs ist der australische Kurienkardinal und frühere Papst-Vertraute George Pell verhaftet worden. Das ordnete ein Gericht in Melbourne an.

Antrag auf Kaution abgelehnt

Zuvor hatten die Anwälte des 77-Jährigen einen Antrag zurückgezogen, dass der Geistliche gegen Kaution auf freiem Fuß bleiben darf. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen dem früheren Finanzchef des Vatikan und Vertrauten von Papst Franziskus bis zu 50 Jahre Haft. Als Pell die Anklagebank im Bezirksgericht des Staats Victoria verließ, zeigte er keine Regung.

Kardinal George Pell | Bildquelle: AP
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Pell war im Dezember für schuldig befunden, sich 1996 und 1997 in der Kathedrale von Melbourne an zwei Chorknaben vergangen zu haben.

Das Strafmaß soll am 13. März verkündet werden. Der Schuldspruch wurde wegen eines anderen laufenden Verfahrens monatelang unter Verschluss gehalten und erst am Dienstag bekannt.

Pell war im Dezember für schuldig befunden, sich 1996 und 1997 in der Kathedrale von Melbourne an zwei Chorknaben vergangen zu haben. Pell war damals 55 Jahre alt und wenige Monate zuvor zum Erzbischof der zweitgrößten Stadt Australiens berufen worden.

Pell geht in Berufung

Bereits im Oktober entfernte Papst Franziskus Pell aus seinem informellen Beraterkreis. Den Posten des Präfekten des Wirtschaftssekretariats der Römischen Kurie behielt Pell jedoch. Allerdings laufe sein fünfjähriges Mandat am Donnerstag aus und werde nicht verlängert, bestätigte Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Dienstagabend via Twitter.

Pell hat stets seine Unschuld beteuert. Die Vorwürfe nannte er zu einem früheren Zeitpunkt ein "schändliches und widerwärtiges Verhalten", das allem zuwiderlaufe, woran er glaube. Seine Anwälte haben Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Februar 2019 um 09:00 Uhr.

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