Eine Frau trauert um ihre Angehörigen

Verunglückte Malaysian-Airlines-Maschine Was geschah mit Flug MH370?

Stand: 08.03.2014 17:38 Uhr

Etwa fünf Stunden sollte der Flug von Kuala Lumpur nach Peking dauern. Doch die Boeing 777 der Malaysian Airlines mit 239 Menschen an Bord verschwand plötzlich vom Radar. Vor der Küste Vietnams wurden zwei Ölspuren entdeckt, die Suche geht weiter.

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Noch ist völlig unklar, was auf dem Flug MH 370 von Malaysia Airlines auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking genau passiert ist. Fest steht nur: Zwei Stunden nach dem Start der Boeing 777 um Mitternacht Ortszeit verschwand die Maschine vom Radar, das bestätigte inzwischen ein Sprecher von Malaysia Airlines.

Udo Schmidt ARD-Studio Singapur

"Wir halten alles für möglich"

Um 6.40 Uhr Ortszeit sollte die Boeing in Peking landen, dort kam sie aber nie an. Während die vietnamesischen Rettungskräfte den Absturz vor der Küste Vietnams bestätigt haben - die vietnamesische Marine spricht von einer Absturzstelle 120 Seemeilen südwestlich Vietnams - widerspricht der malaysische Transportminister Hishammuddin Hussein: "Es sind bisher keine Trümmer gefunden worden. Wir haben darüber keine Informationen, aber wir halten natürlich alles für möglich."

Karte Malaysia und Vietnam

Auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking wurde die Unglücksmaschine zuletzt vor der Küste Vietnams geortet.

Erfahrener Pilot und gutes Wetter

Suchtrupps sind unterwegs, zwischenzeitlich gab es Gerüchte, die Maschine sei auf einem Provinzflughafen notgelandet, aber das blieben Gerüchte. Man versuche alles, bestätigt der Sprecher der Airline: "Wir arbeiten mit den Behörden zusammen, die die Rettungsarbeiten koordinieren. Es geht darum, das Flugzeug überhaupt zu finden. Derzeit unterrichten wir die Angehörigen der Passagiere sowie der Besatzung."

An Bord der Boeing waren 239 Menschen: 227 Passagiere sowie 12 Besatzungsmitglieder. Laut Passagierliste sind die meisten der Fluggäste chinesische Staatsbürger, ihre Angehörigen werden am Flughafen von Peking betreut. Darüber hinaus seien Passagiere aus Malaysia, Indonesien, Australien, Frankreich, den USA, Neuseeland, der Ukraine, Kanada, Russland, Taiwan und den Niederlanden an Bord gewesen. Angaben, wonach ein Italiener und Österreicher in der Maschine saßen, erwiesen sich hingegen als falsch.

Airline mit gutem Ruf

Die Absturzursache ist völlig unklar. Der Pilot, so Malaysia Airlines, war sehr erfahren und hatte seit 1981 fast 20.000 Flugstunden gesammelt. Am vermutlichen Absturzort herrschte gutes Wetter.

Malaysia Airlines gilt als sichere Fluggesellschaft, auch wenn es seit 1970 bereits zwei schwere Flugzeugunglücke gegeben hat, bei denen 134 Menschen ums Leben kamen. Eer Flugzeugtyp, die Boeing 777, gilt ebenfalls als sehr zuverlässig. Bisher gab es erst einen Zwischenfall mit einer dieser Maschinen: Im letzten Jahr im Juli setzte ein Jet der Asiana Airlines in San Francisco neben der Landebahn auf. Drei der 307 Insassen kamen ums Leben.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
medigouna 08.03.2014 • 23:21 Uhr

@competence

Ich fing gerade an darüber nachzudenken, wie ein Flieger sang- und klanglos vom Radar verschwinden kann, es keinen Funkkontakt mehr gibt. Da habe ich deinen Beitrag gesehen, der meinen Verdacht stärkt. Ich glaube nicht, dass der Flieger wegen technischen oder menschlichen Versagens abgeschmiert ist, sondern eher ein Selbstmordattentäter o.ä. die Ursache ist. Es ging einfach zu plötzlich. Nur wenige Situationen können das Absetzen eines Notrufes verhindern. Ich nehme an, dass wir in den nächsten Tagen mehr dazu erfahren werden…