Park Georges-Brassens | Bildquelle: imago/viennaslide

Verbote in Pariser Parks Der Rauch verzieht sich langsam

Stand: 20.06.2019 14:31 Uhr

Rotwein und Baguette sind erlaubt - auf das Rauchen muss in 52 Pariser Parks jedoch seit Anfang des Monats verzichtet werden. Viele Besucher finden das Verbot "super". Nicht alle halten sich dran.

Von Sandra Biegger, ARD-Studio Paris

Es ist Spätnachmittag im Georges-Brassens-Park im 15. Arrondissement in Paris: Auf der Wiese haben es sich Jugendliche bequem gemacht, Kinder flitzen über die Spielplätze, spielen Fußball, in einer Ecke des Parks wird ein Marionettentheater aufgeführt.

Marie Thebau sitzt mit ihrem sechsjährigen Enkel Noam auf einer Bank und spielt Karten. Seit in dem Park nicht mehr geraucht werden darf, kommen die beiden regelmäßig hierher - noch lieber als früher. "Das ist super - ein Park, das muss ein Ort sein, um frische Luft zu tanken, deshalb ist es gut, wenn hier Rauchen verboten ist. Hier im Park sind viele Kinder und ältere Menschen. Wenn jemand unbedingt rauchen will, dann gibt es ja auch andere Orte!"

Erst sechs, dann 52 Parks

Viele haben es nicht für möglich gehalten: Paris macht tatsächlich ernst im Kampf gegen den blauen Dunst. In der Nähe von Kinderspielplätzen darf bereits seit vier Jahren nicht mehr geraucht werden. Etwa ein Jahr lang wurde das Rauchverbot in sechs Parks getestet. Anfang des Monats wurde das Verbot auf insgesamt 52 Parks ausgedehnt. Immer wieder betonen die Verantwortlichen, dass es keine Entscheidung gegen Raucher ist, sondern für die Nichtraucher.

Jean-Charles Noudelle ist der zuständige Gärtner für die Pariser Grünanlagen. Zum Start der Testphase in sechs Parks sagte er: "Die Parks sind doch öffentliche Orte, so wie auch Restaurants und Cafés. Es geht ja nicht darum, Raucher zu bekämpfen, aber sie müssen schon wissen, dass das andere nerven kann."

38 Euro Strafe ab Juli

Wer in einem Nichtraucher-Park mit Kippe erwischt wird, muss ab Juli 38 Euro Strafe zahlen. Bis dahin versuchen die Mitarbeiter der Stadt uneinsichtige Raucher durch Reden zu überzeugen - offenbar mit Erfolg. Im Georges-Brassens-Park ist weit und breit niemand mit Zigarette zu sehen. Das sei seit längerem so, sagen die 13-jährige Malvina und ihre Freundin Serena: "Im Park rauchen sie nicht. Sie rauchen am Eingang, bevor sie reingehen, oder sie gehen nochmal raus, um eine zu rauchen, aber nicht im Park."

Dass im Park nicht mehr geraucht wird, das riecht man nicht nur, das sieht man auch. Auf dem Boden liegen so gut wie keine Zigarettenkippen mehr. Und das freut Marianne Auteuil: "Dieses Rauchverbot ist super - früher war hier alles voller Kippen, es war sehr schmutzig. Aber auch wenn sie keinen Dreck machen, ich wäre dafür, dass man auch die E-Zigaretten verbietet, die werden hier nämlich immer noch geraucht."

Rund zehn Prozent der Parks sind rauchfrei

Nach Angaben der Stadt Paris sind rund zehn Prozent der öffentlichen Parks und Gärten mittlerweile rauchfrei. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in vielen großen, bekannten und sehr beliebten Parkanlagen wie beispielsweise den Tuilerien weiterhin geraucht wird - was das Zeug hält. Gut möglich, dass aber auch das irgendwann vorbei sein wird und die Stadt Paris noch einen Schritt weiter geht.

Immer wieder wird auch darüber diskutiert, ob das Rauchen nicht in sämtlichen Grünanlagen verboten werden sollte. Die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt, Anne Hidalgo, wird nicht müde zu betonen, dass ihr Ziel ein Paris ist, in dem es sich gut leben und gut atmen lässt. Und das heißt für sie nicht nur mehr Parks und weniger Verkehr, sondern auch weitgehender Verzicht auf Zigaretten im öffentlichen Raum.

Rauchfreie Parks in Paris
Sandra Biegger, ARD Paris
20.06.2019 12:24 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juni 2019 um 13:32 Uhr.

Darstellung: