Die französische Polizei sichert das Gelände vor dem Pariser Polizeipräsidium. | Bildquelle: REUTERS

Messerangriff in Paris Fünf Tote in Polizeipräsidium

Stand: 03.10.2019 17:47 Uhr

Vier tote Polizisten, der Angreifer erschossen: Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur hat es laut französischen Medien ein Blutbad gegeben. Das Motiv ist bisher unklar.

Bei einem Messerangriff im Pariser Polizeipräsidium sind mindestens vier Polizisten getötet worden. Laut Innenminister Christophe Castaner ging ein Angestellter auf Kollegen los. Dieser verletzte vier Mitarbeiter bei dem Angriff am Mittag tödlich, bevor er noch auf den Gelände gestellt und erschossen wurde.

Bei den Opfern handele es sich um drei Männer und eine Frau, sagte der Pariser Chefermittler Rémy Heitz. Castaner erklärte, der Angreifer sei ein 45 Jahre alter Angestellter in der Verwaltung gewesen, der seit 2003 dort gearbeitet habe. Er sei vorher nie negativ aufgefallen. Laut Medienberichten arbeitete der Mann in einer Abteilung, die sich unter anderem mit dem Kampf gegen Terrorbedrohungen beschäftigt.

Fünf Tote nach Messerattacke im Pariser Polizeipräsidium
tagesschau 20:00 Uhr, 03.10.2019, Navina Lala, ARD Paris

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Offenbar kein Verdacht auf Terrorakt

Über das Motiv des Täters ist noch nichts bekannt. Der Fernsehsender BFM berichtete, die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft sei bisher nicht eingeschaltet worden. Die Ermittler gehen derzeit von einem internen Konflikt aus. Zeugen sollen berichtet haben, dass der 45-Jährige Angreifer Streit mit seinem Vorgesetzten gehabt habe.

Chefermittler Heitz erklärte, er stehe im ständigen Kontakt mit der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, aber die Ermittlungen blieben zunächst bei der Staatsanwaltschaft von Paris. Der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters werde durchsucht, so Heitz. Weitere Untersuchungen sollten Licht in das Motiv der Tat bringen.

Der Sender BFMTV berichtete, der mutmaßliche Täter habe ein Keramikmesser benutzt. Die Polizei nahm zunächst keine Stellung zu diesen Berichten.

Sicherheitsvorkehrungen nach der Messerattacke im Pariser Polizeipräsidium | Bildquelle: IAN LANGSDON/EPA-EFE/REX
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Weiträumige Absperrung des Tatorts im Pariser Stadtzentrum.

Anteilnahme und Trauer

Staatspräsident Emmanuel Macron fuhr - wie auch der Innenminister - an den Tatort. Er sprach der Polizei seine Solidarität aus und versprach Unterstützung, erklärte das Präsidialamt. Auch Premierminister Édouard Philippe war vor Ort. Psychologen kümmerten sich um die traumatisierten Kollegen und Kolleginnen.

Die Nationalversammlung hielt eine Schweigeminute ab. Justizminsiterin Nicole Belloubet sagte:

"Ich möchte den Mitarbeitern in der Polizeipräfektur versichern, dass sie sich in dieser extrem schmerzlichen Situation auf unsere volle Unterstützung verlassen können."

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo schrieb auf Twitter, dass bei dem Angriff "mehrere Polizisten" ums Leben gekommen seien. Sie sprach den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus.

Polizisten-Protest gegen Arbeitsbedingungen

Erst am Mittwoch hatten Tausende Polizisten in Paris für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem "Marsch der Wut" im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Nach Angaben der Polizeigewerkschaft, die die Demonstration organisiert hatte, waren in Paris rund 27.000 Polizisten auf die Straßen gegangen. Wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete, gab es in der Polizei seit Jahresbeginn rund 50 Suizide.

Bluttat im Pariser Polizeipräsidium - fünf Tote
Martin Bohne, ARD Paris
03.10.2019 17:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 03. Oktober 2019 tagesschau24 um 16:00 Uhr und B5 aktuell um 15:03 Uhr.

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