Edouard Philippe  | Bildquelle: IAN LANGSDON/POOL/EPA-EFE/REX

Nach Messerattacke in Paris Sicherheitsdienste werden überprüft

Stand: 06.10.2019 06:58 Uhr

Die mutmaßlich terroristisch motivierte Messerattacke eines Polizeimitarbeiters in Paris hat in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Regierungschef Philippe kündigte nun eine Überprüfung der Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten an.

Nach der tödlichen Messerattacke von Paris hat Frankreich Schritte zur besseren Aufdeckung von Radikalisierung innerhalb der Polizei angekündigt. Es werde zwei Aufklärungsmissionen geben, sagte der französische Premierminister Edouard Philippe der Zeitung "Le Journal du Dimanche". Eine betreffe die Polizeipräfektur in der französischen Hauptstadt, die zweite die Geheimdienste, die mit der Terrorbekämpfung betraut seien.

Der Chefermittler der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, Jean-François Ricard, hatte zuvor Details zu dem Tatverdächtigen bekannt gegeben. Der Mann sei vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert, erklärte Ricard. Außerdem habe der Angreifer Kontakt zu mutmaßlichen Anhängern der salafistischen Bewegung, einer ultrakonservativen Strömung innerhalb des Islams, gehabt.

Unmittelbar vor der Tat Messer gekauft

Der Mann habe vor der Tat per Mobiltelefon ausschließlich religiöse Nachrichten mit seiner Ehefrau ausgetauscht. Sie tauche aber nicht in der Datei für islamistische Gefährder auf, sagte Ricard. Unmittelbar vor der Tat habe der Mann zwei Messer gekauft.

Der Angreifer war nach Angaben des Chefermittlers mit extremer Brutaltität vorgegangen. Er hatte am Donnerstagnachmittag in der Polizeipräfektur auf der Seine-Insel Île de la Cité vier seiner Kollegen getötet. Anschließend wurde er von einem Polizisten erschossen, der selbst erst wenige Tage im Einsatz war. "Die Ermittlungen werden nun fortgesetzt, um die Gründe für diese Tat und die Persönlichkeit des Täters genauer zu bestimmen", kündigte der Chefermittler an.

Messerattacke in Paris: Hinweise auf islamistischen Hintergrund
tagesschau 20:00 Uhr, 05.10.2019, Navina Lala, ARD Paris

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Die mutmaßlich terroristisch motivierte Messerattacke hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert. Dabei sind bislang mehr als 250 Menschen getötet worden.

Vor wenigen Monaten hatte ein 24-Jähriger in Lyon einen selbstgebauten Sprengsatz vor der Filiale einer Bäckereikette in einer Einkaufsstraße der südostfranzöschen Metropole platziert. Mehr als ein Dutzend Menschen wurde verletzt.

Gedenkfeier offenbar am Dienstag

Für Dienstag sei eine Gedenkfeier in der Polizeipräfektur mit Präsident Emmanuel Macron geplant, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élyséepalast. Nähere Details zu der Feier sollten demnach am Montag bekannt gegeben werden.

Hinweise auf Terror-Hintergrund nach Messerattacke in Paris
Martin Bohne, ARD Paris
05.10.2019 18:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 06. Oktober 2019 um 07:00 Uhr.

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