Brandspuren am Fenster der ermordeten Holocaust-Überlebende Knoll | Bildquelle: ETIENNE LAURENT/EPA-EFE/REX/Shut

Antisemitismus in Frankreich Zwei Verdächtige in Untersuchungshaft

Stand: 27.03.2018 11:34 Uhr

Nach dem Mord an einer 85-jährigen Holocaust-Überlebenden sind zwei Verdächtige in Untersuchungshaft - einer davon ist ein Nachbar. Frankreichs Präsident Macron kündigte an, gegen Antisemitismus vorzugehen.

Nach dem mutmaßlich antisemitisch motivierten Mord an einer 85-jährigen Holocaust-Überlebenden in Paris hat die französische Justiz zwei Verdächtige in Untersuchungshaft genommen. Ihnen werde vorsätzliche Tötung aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer Religion vorgeworfen, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur.

Die von Messerstichen übersäte und teilweise verbrannte Leiche der 85-jährigen Mireille Knoll war am Freitag in ihrer Pariser Wohnung gefunden worden. Eine Nachbarin hatte wegen eines Brandes die Feuerwehr gerufen. Später stellte sich heraus, dass an mehreren Stellen in der Wohnung Feuer gelegt worden war.

Am Wochenende wurden zwei Verdächtige festgenommen, unter ihnen ein Nachbar der alten Dame. Der 1989 geborene Mann hatte die 85-Jährige nach Angaben ihres Sohnes gut gekannt und sie öfter besucht. Nach Polizeiangaben war er vorbestraft.

Die Wohnungstür der Ermordeten wurde mit Herzen behangen | Bildquelle: REUTERS
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Die Tür zur Wohnung der Ermordeten - ein Nachbar wurde als Verdächtiger festgenommen.

Macron will entschlossen gegen Antisemitismus kämpfen

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Innenminister Gérard Collomb zeigte sich entsetzt über den Fall: "Ich bestätige meine uneingeschränkte Entschlossenheit, gegen den Antisemitismus zu kämpfen", teilte Macron via Twitter mit.

Mathias Werth, ARD Paris, zum mutmaßlich antisemitisch motivierten Mord in Paris
tagesschau 12:00 Uhr, 27.03.2018

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Die EU-Kommission forderte mehr Engagement gegen Judenhass in Europa. "Vertreiben wir den Antisemitismus aus Europa, ein für alle Mal", schrieb Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans ebenfalls auf Twitter.

Erinnerung an antisemitischen Mord vor einem Jahr

In der jüdischen Gemeinde Frankreichs hatte die Tat Entsetzen ausgelöst. Sie erinnert an den Fall Sarah Halimi: Die jüdische Rentnerin war vor einem Jahr von ihrem Nachbarn unter Allahu-akbar-Rufen vom Balkon gestoßen worden; zunächst gingen die Ermittler nicht von einer antisemitischen Straftat aus, obwohl sich der mutmaßliche Täter nach Zeugen-Angaben bereits lange vor der Tat offen antisemitisch geäußert hatte. Mittlerweile stuft die französische Staatsanwaltschaft diesen Fall als antisemitischen Mord ein.

Mit Informationen von Barbara Kostolnik, ARD-Studio Paris.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. März 2018 um 08:00 Uhr.

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