In Paris schwenkt ein Anhänger der "Gelbwesten" die französische Flagge.  | Bildquelle: AP

Proteste in Frankreich "Gelbwesten" randalieren in Paris

Stand: 25.11.2018 00:40 Uhr

Landesweit mehr als 130 Festnahmen, mehrere Verletzte und brennende Barrikaden auf den Champs-Élysées: Der Protest der "Gelbwesten" ist vor allem in Paris eskaliert. Präsident Macron reagierte wütend.

Barrikaden brennen, Pflastersteine fliegen durch die Luft: Bei Protesten der französischen "Gelbwesten"-Bewegung gegen hohe Benzinpreise und Lebenshaltungskosten ist es am Samstag zu schweren Ausschreitungen auf den Pariser Champs-Élysées gekommen. Vermummte zerstörten Stadtmöbel, warfen teilweise Pflastersteine auf die Sicherheitskräfte und errichteten auf dem Boulevard Barrikaden. Über der Szenerie stand eine schwarze Rauchwolke.

Die Polizei reagierte auf die stundenlange Randale mit Tränengas und Wasserwerfern. Es gab mehrere Verletzte, darunter auch mindestens zwei Polizisten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reagierte mit Empörung auf die Ausschreitungen. "Schande über jene, die die Sicherheitskräfte angegriffen haben, Schande über jene, die anderen Staatsbürgern und Journalisten gegenüber gewalttätig geworden sind", schrieb er auf Twitter. Für diese Gewalttätigkeiten gebe es in der Republik keinen Platz.

"Gelbwesten" demonstrieren in Frankreich gegen Politik ihres Präsidenten Macron
Tagesschau 20:00 Uhr, 24.11.2018, Sabine Rau, ARD Paris

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Landesweit mehr als 100.000 Menschen beteiligt

Laut Innenminister Christophe Castaner versammelten sich in Paris rund 8000 Menschen zu den Protesten - darunter auch Mitglieder rechts- und linksextremer Gruppen. Auf den Champs-Elysées demonstrierten demnach bis zu 5000 Menschen. In gelbe Warnwesten gekleidete Demonstranten versuchten auch, Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, um zum Élyséepalast - dem Amtssitz des Präsidenten - vorzudringen.

Die Polizei hatte im Zentrum der Hauptstadt zahlreiche Sperrzonen eingerichtet, in denen keine Proteste erlaubt waren, darunter der Platz de la Concorde, der Bereich um den Élyséepalast und die Champs-Élysées. Über diese Verbote setzten sich die Demonstranten aber teils hinweg. Die Behörden hatten vergeblich versucht, sie auf die Grünanlage neben dem Eiffelturm zu lenken. Der Vorschlag wurde von den "Gelbwesten" abgelehnt.

In anderen Vierteln der Hauptstadt und in anderen Städten des Landes verliefen die Proteste weitgehend ohne Zwischenfälle. Dem Innenministerium zufolge demonstrierten landesweit rund 106.000 Menschen und damit deutlich weniger als bei den "Gelbwesten"-Protesten vor einer Woche. Es seien mehr als 130 Menschen entweder festgenommen oder in Polizeigewahrsam genommen worden, davon Dutzende in Paris, teilten die Behörden weiter mit.

Drei Viertel der Franzosen unterstützen "Gelbwesten"

Seit einer Woche protestieren die "Gelbwesten" gegen Macrons Reformpolitik. Zwei Menschen kamen dabei bereits ums Leben, Hunderte wurden verletzt. An den Protesten am vergangenen Samstag hatten etwa 244.000 Menschen teilgenommen, 106 waren verletzt worden.

Die Bewegung, benannt nach den Warnwesten im Auto, ist breit und diffus. Hinter ihr steht keine Gewerkschaft und keine Partei. Ursprünglich richtete sich die Bewegung gegen zu hohe Spritpreise. Mittlerweile ist sie zu einer Protestbewegung geworden, die sich gegen Macron persönlich richtet. In der Bevölkerung bekommt die Bewegung große Zustimmung. Nach einer jüngsten Umfrage unterstützen drei Viertel der Franzosen die "Gelbwesten". Viele Demonstranten befürchten allerdings, dass die Pariser Bilder brennender Straßenbarrikaden und vermummter Protestler mit gelben Westen der Bewegung schaden könnten.

Am Freitagabend hatte die Polizei in der westfranzösischen Stadt Angers einen Demonstranten mit gelber Weste festgenommen. Die Behörden berichteten, der 45-Jährige habe Sprengstoff mit einer Zündvorrichtung um den Hals getragen. Er habe ein Treffen der "Gelbwesten" mit Macron im Élyséepalast erzwingen wollen. Erst nach mehrstündigen Verhandlungen habe er sich ergeben.

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Proteste in Frankreich

Brennender Transporter und Demonstranten in gelben Westen

Feuer auf den Champs Élysées: Bei Protesten auf der Prachtstraße von Paris nahe des Élyséepalastes - dem Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron - haben Demonstranten einen Transporter und andere Gegenstände in Brand gesteckt. | Bildquelle: AFP

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2018 um 20:00 Uhr.

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