Paris nach dem Anrgiff auf Polizeiwache

Alarm am "Charlie Hebdo"-Jahrestag Pariser Polizei erschießt Angreifer

Stand: 07.01.2016 13:56 Uhr

Am Jahrestag des Angriffs auf "Charlie Hebdo" hat die Pariser Polizei einen Angriff auf ein Kommissariat verhindert. Sie erschoss einen Mann, der mit einem Messer bewaffnet war. Er trug eine Attrappe einer Sprengstoffweste. Ob der Angriff einen terroristischen Hintergrund hat, ist noch unklar.

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann ist nach einem Angriff auf eine Polizeiwache in Paris erschossen worden. Das teilten französische Behörden.

Der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, sagte, der Mann habe bei seiner Aktion "Allahu Akbar" gerufen. Inzwischen teilte die Polizei mit, dass es sich bei dem vermuteten Sprengstoffgürtel um eine Attrappe handelte. Aus Behördenkreisen hieß es, aus der Kleidung des Mannes hätten Drähte hervorgestanden. Sprengstoffexperten waren vor Ort. "Es ist viel zu früh, um von einem Terrorakt zu sprechen", sagte Brandet dem Sender France Info. "Man muss vorsichtig sein. Es handelt sich um einen Angriff."

Jahrestag der "Charlie Hebdo"-Attacke

Fast zeitgleich mit dem Angriff hatte Präsident François Hollande bei einer Gedenkveranstaltung zum Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" vor genau einem Jahr auf die anhaltende Terrorgefahr in Frankreich hingewiesen. Er sicherte der Polizei eine bessere Ausrüstung zu, um Anschläge zu verhindern und verteidigte die drastischen Maßnahmen, mit denen die Regierung auf die Attentate im vergangenen Jahr reagierte. Der Terrorismus sei noch immer eine Bedrohung.

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Präsident Hollande bei der Gedenkveranstaltung

Am 7. Januar 2015 hatten islamistische Terroristen die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris angegriffen und zwölf Menschen ermordet. Bei Attacken auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt an den beiden folgenden Tagen kamen fünf weitere Menschen um. Die insgesamt drei Angreifer wurden getötet. Seither ist Frankreich in Alarmbereitschaft.

Dennoch erschütterte im November eine weitere islamistische Terrorwelle Paris und kostete 130 Menschen das Leben. Noch immer gilt der Ausnahmezustand. Tausende Sicherheitskräfte sollen für Schutz sorgen.

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