Bombenexperten der Polizei untersuchen das Tatfahrzeug auf den Pariser Champs-Elysées. | Bildquelle: AFP

Fahrer rammt Polizeiauto Terrorermittlungen in Paris

Stand: 19.06.2017 18:26 Uhr

Auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées sind Polizisten erneut Ziel einer Attacke geworden. Nach Polizeiangaben rammte ein Mann mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug. Er wurde dabei getötet. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

Auf den Pariser Champs-Elysées hat ein Mann einen Polizeiwagen gerammt. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass es kein gewöhnlicher Unfall, sondern ein Angriff war. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zu dem Vorfall ein.

Der Fahrer des Autos ist laut dem Innenministerium tot. Sein Auto ging laut TV-Bildern nach der Kollision in Flammen auf. Polizisten oder Passanten wurden nicht verletzt.

Sicherheitskräfte sollen den Tatverdächtigen aus dem Auto entfernt haben. Nach Rettungsversuchen verstarb er offenbar noch am Tatort.

Wie die Behörden mitteilten, handelte es sich bei dem mutmaßlichen Angreifer um einen bei der Polizei als Extremisten geführten 31-jährigen Mann aus einer Pariser Vorstadt.

Mit Kalaschnikow und Gasflasche bewaffnet

Die Polizei sperrte die Straße mit einem Großaufgebot komplett ab. Sprengstoffspezialisten sicherten zunächst die Umgebung des Unfallorts ab. Laut den Behörden ist die Situation unter Kontrolle. Nach Angaben des Innenministeriums hatte der Mann eine Waffe. Wie Einsatzkräfte berichten, soll es sich dabei um eine Kalaschnikow gehandelt haben.

Außerdem habe der mutmaßliche Angreifer auch eine Gasflasche bei sich geführt, die er offenbar zur Explosion bringen wollte. Dies habe jedoch nicht funktioniert.

Metro-Station gesperrt

Die Behörden forderten die Menschen auf, das Gebiet zu meiden. Eine U-Bahn-Haltestelle wurde geschlossen. Die Champs-Elysées mit vielen Geschäften sind eine der größten Touristenattraktionen Frankreichs.

Collomb sagte, der Angriff habe den Sicherheitskräften gegolten. Das Maß der Bedrohung im Land sei "extrem hoch". Er erinnerte daran, dass die Regierung am Mittwoch ein Gesetz vorlegen will, um den terrorbedingten Ausnahmezustand bis Anfang November zu verlängern. Darüber hinaus gibt es ein neues Sicherheitsgesetz. Frankreich wird seit zweieinhalb Jahren von einer beispiellosen islamistischen Terrorwelle erschüttert. Fast 240 unschuldige Menschen kamen dabei ums Leben.

Erst im April hatte ein Mann auf dem Boulevard das Feuer auf Polizisten eröffnet und einen Beamten getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Die Attacke ereignete sich wenige Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Bei dem toten Angreifer wurde damals ein Schreiben mit Bezug zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" gefunden.

Mutmaßlicher Anschlagsversuch auf Gendarme in Paris
K. Gallmeyer, ARD Paris
19.06.2017 18:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 19. Juni 2017 Deutschlandfunk um 17:30 Uhr und tagesschau24 um 18:00 Uhr.

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