Papst Franziskus | REUTERS

Weihnachten in Corona-Zeiten Papst bittet um Impfungen für alle

Stand: 25.12.2020 14:34 Uhr

Zu Solidarität hat Papst Franziskus die Menschen weltweit aufgefordert - auch wenn sie nicht der eigenen Familie oder Volksgruppe angehören. An die politischen Entscheider richtet er eine dringende Bitte.

Von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom

Der Petersplatz ist ungewohnt leer, normalerweise versammeln sich hier Tausende Gläubige aus aller Welt, um den Papst zu hören. Papst Franziskus selbst steht nicht wie gewohnt draußen auf der Mittelloggia des Petersdoms, sondern verkündet seine Weihnachtsbotschaft drinnen in der Benediktionsaula im Apostolischen Palast.

Lisa Weiß
Der leere Petersplatz in Rom | AFP

Nur einzelne Pilger und Pilgerinnen sind auf dem Petersplatz im Vatikan zu sehen, wo sich sonst Tausende versammeln. Bild: AFP

Grund ist die Pandemie. Schließlich herrschen Ausgangsbeschränkungen in Italien, das den Vatikan umgibt. Das Krisenjahr spielt dann auch eine tragende Rolle in der Weihnachtsbotschaft des Papstes:

In diesem historischen Augenblick, der von der ökologischen Krise und von schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Missverhältnissen gekennzeichnet ist, die durch die Pandemie des Coronavirus noch verschlimmert wurden, bedürfen wir mehr denn je der Geschwisterlichkeit. Und Gott bietet sie uns an, indem er uns seinen Sohn Jesus schenkt.

Eindringliche Bitte: Impfstoffe für alle

In dieser Zeit der Dunkelheit und der Unsicherheit gebe es aber auch einige Lichtblicke - wie die Entdeckung der Impfstoffe, so der Papst. Aber damit diese Lichter die ganze Welt erleuchten und ihr Hoffnung bringen können, müssten sie allen zugänglich sein, mahnt Franziskus.

Ich bitte alle Verantwortlichen in der Politik, in Unternehmen, in internationalen Organisationen, die Zusammenarbeit statt Konkurrenz zu fördern. Und eine Lösung für alle zu finden - Impfungen für alle.

Besonders für die Schwächsten und Bedürftigsten in allen Regionen des Planeten bat der Papst darum und betonte: zuallererst die Schwächsten und Bedürftigsten.

Papst fordert Hilfe für die Schwächsten

Einmal mehr fordert der Papst also Hilfe für die Armen und Schwachen ein. Er weist darauf hin, dass auch die, die nicht der eigenen Familie, Volksgruppe oder Religion angehören, Brüder und Schwestern seien. 

Das Kind von Bethlehem helfe uns, verfügbar, großherzig und solidarisch zu sein, insbesondere gegenüber den schwächsten Personen, den Kranken und denen, die in dieser Zeit arbeitslos geworden seien oder sich in großen Schwierigkeiten aufgrund der Folgen der Pandemie befänden, sowie auch den Frauen gegenüber, die in diesen Tagen der Isolation zum Opfer häuslicher Gewalt geworden seien.

Gebet für Frieden und Segen für alle

Auf die Gewalt in der Welt geht Franziskus dann noch einmal ausführlich ein. Er spricht von den Kindern in Syrien, in Irak oder in Jemen, die immer noch den hohen Preis für den Krieg bezahlten. Einmal mehr betet er für Frieden in den Krisenregionen der Welt, spricht Israelis und Palästinenser an, benennt das Leid der Bevölkerung, zum Beispiel in Burkina Faso, Mali, Äthiopien oder Niger.

Und spendet dann, nach seiner Ansprache, den apostolischen Segen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis. Durch den werden Gläubigen unter bestimmten Bedingungen die Strafen für ihre Sünden erlassen - das gilt übrigens auch, wenn sie die Zeremonie am Radio oder im Internet verfolgen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2020 um 14:50 Uhr.