Papst Franziskus spricht beim Internationalen Friedensgebet in der Basilika Santa Maria.  | Bildquelle: dpa

Weihnachten und Corona Sehr "Stille Nacht" im Vatikan

Stand: 27.10.2020 17:14 Uhr

Weihnachten wird in diesem Jahr anders aussehen: Der Papst plant wegen Corona die Feierlichkeiten im Vatikan lediglich im kleinsten Kreis. Und in Deutschland wurden viele Weihnachtsmärkte bereits abgesagt.

Wegen der Corona-Pandemie wird Papst Franziskus die diesjährigen Weihnachtsfeierlichkeiten "in privater Form" abhalten und online ausstrahlen lassen. Das geht aus einer Verbalnote hervor, die vom vatikanischen Staatssekretariat an die Botschafter beim Heiligen Stuhl versendet wurde. Die dabei übliche Anwesenheit des diplomatischen Corps ist demnach nicht vorgesehen. Inwieweit überhaupt Gläubige an den Gottesdiensten teilnehmen können, ist noch nicht klar.

Die Feierlichkeiten im Vatikan dürften wie bereits an Ostern unter Beteiligung weniger Geistliche und Ordensleute stattfinden. Den Segen "Urbi et orbi" erteilte Franziskus seinerzeit im leeren Petersdom. Üblicherweise hält der Papst auch am Weihnachtstag eine Ansprache von der Mittelloggia des Petersdoms und spendet den Segen "für die Stadt und den Erdkreis". Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden Gottesdienste und Messen des Papstes an wichtigen Feiertagen live im Internet und im Radio übertragen.

Seit dem Beginn der Pandemie hatte das 83-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche viele Treffen und Reisen abgesagt. Die italienische Regierung verschärfte in den vergangenen Tagen aufgrund der steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Viele Weihnachtsmärkte bereits abgesagt

Auch in Deutschland stehen viele Veranstaltungen zur Weihnachtszeit auf der Kippe. Die Weihnachtsmärkte in Städten wie Düsseldorf, Köln, Erfurt, Freiburg, Lübeck oder Frankfurt wurden bereits abgesagt - am Montag kam auch das Aus für den weltberühmten Christkindlesmarkt in Nürnberg. Auch der beliebte Berliner Weihnachtszauber am Gendarmenmarkt fällt der Pandemie zum Opfer. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden, sagte ein Sprecher.

Andere Städte bereiten sich trotz der Pandemie und steigender Infektionszahlen auf die Weihnachtsmärkte vor. Um Besucher und Besucherinnen bestmöglich zu schützen, sind die Auflagen vielerorts streng. Während etwa in München oder beim berühmten Striezelmarkt in Dresden das Treiben auf einer größeren Fläche und mit weniger Ständen räumlich entzerrt werden soll, planen die Veranstalter am Berliner Breitscheidplatz Zugangskontrollen, um Menschenmassen zu vermeiden. In Essen müssen Gäste an den Ständen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, in Leipzig sind gastronomische Angebote wie Bratwurst- oder Glühweinstände sogar ganz verboten.

Während sich viele Städte schon für oder gegen einen Weihnachtsmarkt entschieden haben, sind die Planungen vielerorts noch nicht abgeschlossen - beispielsweise in Bremen. Die Entscheidung dazu trifft der Senat wahrscheinlich noch in dieser Woche, wie ein Sprecher des Wirtschaftsressorts mitteilte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Oktober 2020 um 13:00 Uhr.

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