Papst Franziskus spricht vom Balkon des Petersdoms im Vatikan den Segen «Urbi et Orbi» | Bildquelle: AFP

Weihnachtsbotschaft Papst beklagt "Kriegsstürme" in der Welt

Stand: 25.12.2017 16:15 Uhr

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu mehr Mitgefühl aufgerufen. Er erinnerte an die zahlreichen Konfliktherde auf der Welt, die Menschen in die Flucht treiben. In der Jerusalem-Krise rief der Pontifex die Kontrahenten zum Dialog auf.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Als die Vatikan-Hymne erklang, hatten sich Zehntausende Menschen auf dem Petersplatz in Rom versammelt - trotz strenger Sicherheitskontrollen. Sie wollten den Papst hören. Nachdem die Hymne verklungen war, verlas Franziskus von der Mittelloggia des Petersdoms aus seine Weihnachtsbotschaft. Er knüpfte an seine Predigt aus der Christmette an.

In der Nacht hatte Franziskus das Schicksal von Maria und Joseph in der biblischen Erzählung mit dem Schicksal heutiger Flüchtlinge verglichen. In der Weihnachtsbotschaft wählte er als Bild für das Elend in der Welt die Kinder in Not und die Kinder auf der Flucht. "Wir erblicken Jesus in den vielen Kindern, die gezwungen sind, ihre Länder zu verlassen, alleine unter unmenschlichen Bedingungen zu reisen und so zur einfachen Beute der Menschenhändler werden", sagte Franzsikus. "In ihren Augen sehen wir das Drama vieler Zwangsmigranten, die sogar ihr Leben riskieren, um kräftezehrende Reisen auf sich zu nehmen, die zuweilen in Tragödien enden."

Urbi et Orbi

Der Segen "Urbi et Orbi" ist einer der bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die Formel "der Stadt und dem gesamten Erdkreis" geht auf die antiken Römer zurück. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein. Das antike Reichsbewusstsein setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich.

Heute wird der Segen zu feierlichen Anlässen wie am Ostersonntag, am ersten Weihnachtstag oder nach einer Papstwahl erteilt. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche gespendet werden. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen. Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist für alle Gläubigen mit einem besonderen Ablass verbunden.

Papst spendet traditionellen Weihnachtssegen
tagesschau 15:39 Uhr, 25.12.2017, Michael Schramm, ARD Rom

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Streit um Jerusalem

Der Papst erinnerte an die zahlreichen Konfliktherde auf der Welt, die Menschen in die Flucht treiben, und sprach als erstes die Situation im Heiligen Land an - den Streit um Jerusalem:

"Wir beten, dass sich bei den Kontrahenten der Wille durchsetze, den Dialog wiederaufzunehmen, und dass man endlich zu einer Verhandlungslösung gelange, die innerhalb von miteinander vereinbarten und international anerkannten Grenzen ein friedliches Miteinander zweier Staaten ermöglicht."

Seit der umstrittenen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen, ist die Lage in Jerusalem und den Palästinensergebieten stark angespannt.

Papst Franziskus spricht vom Balkon des Petersdoms im Vatikan den Segen «Urbi et Orbi» | Bildquelle: REUTERS
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Papst Franziskus spricht vom Balkon des Petersdoms im Vatikan den Segen "Urbi et Orbi".

Das Leiden in den Krisenländern

Auch der Lage in Syrien im Jemen und im Irak gedachte das religiöse Oberhaupt von mehr 1,2 Milliarden Katholiken weltweit. Er sprach vom Leiden in den Krisenländern Afrikas, und er mahnte Frieden auf der koreanischen Halbinsel, in Venezuela und in der Ukraine an. Insgesamt zeichnete der Papst ein düsteres Bild von der weltweiten Lage:

"Während heute Kriegsstürme über die Welt hinwegfegen und ein inzwischen überholtes Entwicklungskonzept weiterhin zum Niedergang des Menschen, des Sozialgefüges und der Umwelt führt, ruft uns Weihnachten zum Zeichen des Kindes zurück. Wir sollen es in den Gesichtern der Kinder wiedererkennen, besonders jener, für die wie für Jesus kein Platz in der Herberge ist."

Der Stadt und dem Erdkreis

Franziskus forderte dazu auf, auf Menschen in Not zuzugehen. "Unser Herz möge nicht verschlossen sein, wie es die Häuser von Bethlehem waren", sagte er. "Nehmen wir im Jesuskind die Liebe Gottes auf, der für uns Mensch geworden ist." Es appellierte an die Menschen, sich mit der Gnade Gottes dafür einzusetzen, "unsere Welt menschlicher und würdiger für die Kinder von heute und morgen zu machen".

Zum Schluss sprach der Papst, wie jedes Jahr den Segen Urbi et Orbi, der Stadt und dem Erdkreis, den die Päpste traditionell nur nach einem Konklave, an Ostern oder Weihnachten spenden.

Weihnachtsbotschaft und Urbi et Orbi
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
25.12.2017 13:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2017 um 15:39 Uhr.

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