Papst Franziskus auf dem Balkon des Petersdoms in Rom | Bildquelle: dpa

Ostersegen Urbi et Orbi Papst nimmt Regierungen in die Pflicht

Stand: 16.04.2017 13:33 Uhr

Papst Franziskus hat während seines traditionellen Ostersegens Urbi et Orbi die Regierungen zu mehr Engagement für Frieden in Syrien aufgerufen. Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom.

Von Tilmann Kleinjung, ARD-Studio Rom

Das österliche Halleluja erklingt auf dem Petersplatz, der bei diesem Osterfest nicht vollständig gefüllt ist. Das mag an den Wolken liegen, die den Himmel über Rom verdunkeln und für kräftige Regenschauer sorgen.  Oder auch an den aufwändigen Sicherheitsvorkehrungen, von denen dieses Osterfest begleitet ist. Die Gegend um den Vatikan ist weiträumig abgesperrt. Polizei- und Militärfahrzeuge blockieren die Zufahrtsstraßen zum Petersdom.

Es ist ein besonderes Osterfest für die Christenheit. Trotz unterschiedlicher Zeitrechnung feiern die Kirchen im Westen und Osten das Fest am selben Tag. Deshalb wird diese Ostermesse auch von einem Chor der orthodoxen Kirchen mitgestaltet. 

Die Osterbotschaft ist in diesem Jahr eine Solidaritätsadresse. Der auferstandene Christus begleite die Einsamen und Ausgegrenzten und kümmere sich um die Opfer von Diskriminierung und Ausbeutung, verkündete Franziskus am Mittag von der Loggia des Petersdoms aus.

Osterbotschaft des Papstes kritisiert Gewalt in Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 16.04.2017, Christian Limpert, ARD Rom

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Friedensbotschaft mit Fokus auf Syrien

Franziskus sagt: "Der auferstandene Hirte macht sich zum Weggefährten all derer, die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen." Er lasse diese "erzwungenermaßen umherziehenden Migranten immer und überall Brüdern und Schwestern begegnen, um auf dem gemeinsamen Weg Brot und Hoffnung zu teilen".

Der Ostergruß, den der Papst vor dem Segen Urbi et Orbi spricht, ist immer eine Friedensbotschaft. An erster Stelle nennt er den Krieg in Syrien.

Franziskus sagt in der Friedensbotschaft: "In diesen Zeiten unterstütze der Herr die Bemühungen aller, die sich aktiv dafür einsetzen, Entlastung und Ermutigung der Zivilbevölkerung in Syrien zu bringen." Sie sei Opfer eines Krieges, der nicht aufhöre, Schrecken und Tod zu verbreiten. Der letzte "niederträchtige Anschlag auf Flüchtlinge hat gestern zahlreiche Tote und Verletzte gefordert", so der Papst.

Scheinbar endlose Liste

Syrien, die Ukraine, der Irak, Jemen. Die Liste der Regionen, in denen Krieg und Not herrschen, scheint endlos. In seiner Osterbotschaft findet Papst Franziskus auch Worte für die Konflikte, die weitgehend aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwunden sind.

Franziskus sagte: "Die Nähe des Guten Hirten bleibe den Bevölkerungen des Süd-Sudan, des Sudan, Somalias und der Demokratischen Republik Kongo nicht vorenthalten. Sie alle leiden daran, dass sich die Konflikte hinziehen und durch eine sehr schwere Hungersnot, die einige Gebiete Afrikas betrifft, noch verschlimmert werden."

Franziskus belässt es nicht bei der Aufzählung. Er nimmt die Verantwortlichen in die Pflicht, die Politiker, die Regierenden. Er sagte, "der auferstandene Herr gebe den Verantwortlichen der Nationen den Mut, das Ausweiten der Konflikte zu verhindern und den Waffenhandel zu unterbinden".

Benedikt XVI. feiert Geburtstag

Im Anschluss an die Ostermessse und seine Osterbotschaft spendete der Papst den Segen Urbi et Orbi, der Stadt und dem Erdkreis. Diesen Segen erteilt der Pontifex traditionell von der Loggia, dem Mittelbalkon des Petersdoms - und das nur zu ganz besonderen Anlässen: nach der Wahl eines Papstes, am ersten Weihnachtstag und am Ostersonntag.

Franziskus' Vorgänger Papst Benedikt XVI. nahm nicht an der Ostermesse teil - und war doch Thema. Der Papst Emeritus feiert heute seinen 90. Geburtstag. Und zwar so, wie er es bei seinem Rücktritt angekündigt hatte, "vor der Welt verborgen". Morgen Nachmittag wird eine kleine  Delegation aus Bayern, mit Ministerpräsident Seehofer an der Spitze, Papst Benedikt einen Geburtstagsbesuch abstatten.

Papst Franziskus spendet Segen Urbi et Orbi
T. Kleinjung, BR
16.04.2017 12:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. April 2017 um 15:35 Uhr.

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