Papst Franziskus hält einen Gottesdienst anlässlich des Dreikönigsfestes. | Bildquelle: dpa

Blockierte Rettungsschiffe Papst appelliert an Regierungschefs

Stand: 06.01.2019 14:06 Uhr

Noch immer ist keine Lösung für die vor Malta in deutschen Rettungsschiffen festsitzenden 49 Flüchtlinge in Sicht. Nun hat der Papst den europäischen Regierungen ins Gewissen geredet.

Papst Franziskus hat sich in den Konflikt um die beiden blockierten Rettungsschiffe deutscher Hilfsorganisationen im Mittelmeer eingeschaltet. "Seit ziemlich vielen Tagen befinden sich 49 im Mittelmeer gerettete Personen an Bord zweier NGO-Schiffe", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. "Ich richte einen betrübten Appell an die europäischen Staats- und Regierungschefs, dass sie konkrete Solidarität zeigen im Umgang mit diesen Menschen."

Die Helfer der Organisation Sea-Watch hatten vor Weihnachten 32 Menschen aus Seenot gerettet. Ende Dezember nahm das Schiff von Sea-Eye aus Regensburg weitere 17 Migranten auf. Die Boote durften sich aufgrund des hohen Seegangs vergangene Woche der Küste Maltas nähern, jedoch nicht anlegen. 

Die Sea-Watch 3 im Mittelmeer | Bildquelle: dpa
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Die Sea-Watch 3 darf keine Häfen in Italien oder Malta anfahren.

Deutschland will europäische Lösung

Malta, Italien und Spanien lehnen eine Aufnahme der Flüchtlinge ab. "In Italien gibt es keine weiteren Ankünfte mehr", sagte Italiens Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei der Zeitung "Il Messaggero". Diese Haltung werde sich nicht ändern. "Die italienischen Häfen sind geschlossen und bleiben es auch", bekräftigte er auf Twitter.

Deutschland und die Niederlande erklärten sich nur unter der Bedingung zur Aufnahme bereit, dass andere Länder auch mitmachen. Die Bundesregierung habe der EU-Kommission zugesagt, "einen Beitrag im Rahmen einer breiten europäischen Verteillösung zu leisten", teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Nötig sei eine "ausgewogene Verteilung der aus Seenot Geretteten auf verschiedene EU-Mitgliedstaaten".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Januar 2019 um 16:15 Uhr.

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