Papst Franziskus steht inmitten von Männern, die ihn unterstützen. | REUTERS

Osterbotschaft des Papstes "Frieden ist die Verantwortung aller"

Stand: 17.04.2022 12:49 Uhr

Papst Franziskus hat vor Tausenden Gläubigen in Rom ein Ende des Ukraine-Kriegs gefordert und an Krisen weltweit erinnert. Der Frieden sei möglich, eine Pflicht und die vorrangige Verantwortung aller. Danach spendete er den Ostersegen.

Unter blauem Himmel hat Papst Franziskus die Ostermesse auf dem Petersplatz gefeiert. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause nahmen wieder Tausende Gläubige aus aller Welt an dem Gottesdienst teil. Anders als in der Osternacht stand Franziskus der Messe wieder selbst vor.

Etwas eingeschränkt beim Gehen, aber sichtlich gut gelaunt, begrüßte Franziskus die Gläubigen. Danach fuhr er im Papamobil einige Runden über den Petersplatz und winkte den Tausenden Menschen zu.

Papst Franziskus grüßt die Menschen, während er in seinem Papamobil über den Petersplatz fährt. | REUTERS

Tausende Katholiken jubeln dem Papst auf dem Petersplatz zu. zum ersten Mal seit Corona durften wieder so viele Menschen an der Osterfeier teilnehmen. Bild: REUTERS

Er forderte das Ende des Ukraine-Kriegs und erinnerte an Krisen und Konflikte weltweit. Der Frieden sei möglich, eine Pflicht und die vorrangige Verantwortung aller, so das Kirchenoberhaupt in seiner Osterbotschaft auf der Mittelloggia des Petersdoms in Rom.

Jeder Krieg habe Auswirkungen für die gesamte Menschheit: von den Todesfällen über das Flüchtlingsdrama bis hin zur Wirtschafts- und Ernährungskrise, deren Vorboten derzeit bereits erkennbar seien, erklärte Franziskus.

"Auferstehung ist keine Illusion"

Bei diesem Blutvergießen und der Gewalt falle es schwer zu glauben, dass Jesus wirklich auferstanden sei, so Franziskus weiter. Aber dies sei keine Illusion. "Die Wunden am Leib des auferstandenen Jesus sind Zeichen des Kampfes, den er für uns mit den Waffen der Liebe geführt und gewonnen hat, damit wir in Frieden leben können", erklärte das Kirchenoberhaupt.

Der Papst mahnte, sich nicht an den Krieg zu gewöhnen und fragte: "Werden wir dem Menschengeschlecht ein Ende setzen - oder wird die Menschheit in der Lage sein, auf den Krieg zu verzichten?" Er erinnerte an die Flüchtlinge, an die allein gelassenen alten Menschen, die Kinder und an die Opfer des Missbrauchs.

Traditioneller Segen "Urbi et Orbi"

Zum Schluss erteilte der 85-Jährige den traditionellen Segen "Urbi et orbi", "Der Stadt und dem Erdkreis". Zum höchsten christlichen Fest war der Platz vor der Basilika mit rund 40.000 Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden geschmückt.

Am Samstag hatte der Papst aufgrund seiner anhaltenden Knie- und Hüftschmerzen von einem Stuhl vor den Bankreihen der Gläubigen aus an der Messe teilgenommen. Eine Predigt hielt das Kirchenoberhaupt nicht. Stattdessen folgte Schweigen nach dem Evangelium.

Bei der traditionellen Kreuzweg-Prozession in Rom am Karfreitag hatte der Papst für Frieden in der Welt gebetet. Auch während der Prozession selbst wurde ein Zeichen für den Frieden in der Ukraine gesetzt - jeweils eine Frau aus der Ukraine und aus Russland trugen zusammen das Kreuz an der vorletzten Station des Kreuzweges. Ukrainische Vertreter hatten die Geste allerdings im Vorfeld kritisiert. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. April 2022 um 13:00 Uhr.