Papst in Irland | Bildquelle: dpa

Kindesmissbrauch Papst bedauert "Versagen" der Kirche

Stand: 25.08.2018 15:21 Uhr

Papst Franziskus hat auf seiner Irlandreise den Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche verurteilt. Die Reise findet im Rahmen des Weltfamilientreffens statt, wird aber von Skandalen überschattet.

Papst Franziskus hat zum Auftakt einer zweitägigen Irlandreise die Missbrauchsfälle in der dortigen katholischen Kirche als "schweren Skandal" bezeichnet. Zudem bedauerte er das "Versagen" der Kirche im Umgang mit den Missbrauchsskandalen.

Das Fehlverhalten der Kirche bleibe "eine Quelle des Schmerzes und der Scham für die katholische Gemeinschaft", sagte Franziskus in Dublin. "Ich teile diese Gefühle", fügte er hinzu - und: "Das Versagen der kirchlichen Behörden im Umgang mit diesen abscheulichen Verbrechen hat zu Recht für Empörung gesorgt."

Der irische Premierminister Leo Varadkar bat den Papst um Unterstützung bei dem Ziel, den Opfern der Kirche Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. "Die Wunden sind immer noch offen, und es bleibt noch viel zu tun, um Gerechtigkeit und Wahrheit" zu erreichen", sagte Varadkar bei einem Auftritt mit dem Papst.

Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar | Bildquelle: JULIEN WARNAND/EPA-EFE/REX/Shutt
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Leo Varadkar hofft auf "Heilung für die Opfer".

Weltfamilientreffen überschattet

Als erstes katholisches Kirchenoberhaupt seit fast 40 Jahren war Papst Franziskus am Vormittag zu einem Besuch in Irland eingetroffen. Anlass seines Besuchs ist der Abschluss des katholischen Weltfamilientreffens in Dublin.

Eine wichtige Rolle spielen aber auch die zahlreichen Missbrauchsskandale, die der einstmals mächtigen katholischen Kirche in Irland einen dramatischen Vertrauensverlust beschert haben. Laut Vatikan will Franziskus mit Missbrauchsopfern zusammentreffen. Auch ein Gebet in einer den Opfern sexuellen Missbrauchs gewidmeten Kapelle in Dublin ist geplant. 

Boykottaufrufe

Höhepunkt des Papstbesuchs soll eine Messe am Sonntag in Dublin sein, zu der 500.000 Menschen erwartet werden.

Kritiker haben aus Protest gegen die Missbrauchsaffären zum Boykott der Messe aufgerufen und eine Gegenveranstaltung im Stadtzentrum von Dublin angekündigt.

Stimmungswandel in Irland

Es ist der erste Besuch eines Papstes in Irland seit der Visite von Johannes Paul II. im Jahr 1979. Im früher streng katholischen Irland hat sich die Stimmung in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt.

Ende Mai sprach sich eine deutliche Mehrheit in einem Referendum für ein Ende des strikten Abtreibungsverbots aus. Drei Jahre zuvor stimmte eine ebenfalls deutliche Mehrheit für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. August 2018 um 15:00 Uhr.

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