Papst Franziskus während eines Besuchs in Nordmazedonien | Bildquelle: dpa

Audienz im Vatikan Papst liest Öl-Bossen die Leviten

Stand: 14.06.2019 16:31 Uhr

Eine Audienz beim Papst ist ein besonderes Ereignis. Ob aber mehrere internationale Öl-Bosse ein Treffen mit Franziskus in angenehmer Erinnerung behalten, ist fraglich. Denn der Pontifex redete den Managern heftig ins Gewissen.

Papst Franziskus gilt als ein Mann klarer Worte, der eher kein Blatt vor dem Mund nimmt. Das dürften auch die Topmanager mehrerer internationaler Ölkonzerne bestätigen können, die zur Audienz beim Pontifex geladen worden waren.

Wie der Vatikan mitteilte, redete Franziskus den Öl-Bossen ins Gewissen: Er forderte demnach eine "radikale Energiewende" weg von fossiler Energie wie etwa Erdöl. Passiere das nicht, müssten "unsere Kinder den Preis für die Unverantwortlichkeit unserer Generation bezahlen". Man könnte sich nicht den "Luxus erlauben, dass andere den ersten Schritt machen oder kurzfristigen ökonomischen Vorteilen Priorität geben", so Franziskus.

Wissenschaft "viel zu lange" ignoriert

Und der Papst machte noch eine weitere klare Ansage: Eine Abgabe auf den Ausstoß von Kohlendioxid sei unverzichtbar - nur so lasse sich der CO2-Ausstoß wirksam begrenzen. Indirekt kritisierte er Politiker wie US-Präsident Donald Trump, die den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bezweifeln. "Viel zu lange haben wir alle nicht auf die Ergebnisse der Wissenschaft gehört. Warnungen vor dem Untergang können nicht mehr mit Ironie oder Verachtung begegnet werden."

Darüber, wie die Manager die Ansprache aufgenommen haben, schweigt sich der Vatikan aus. Auch wurde nicht bekannt gegeben, welche Unternehmensvertreter anwesend waren. Nach Abgaben aus Kreisen der Industrie waren aber unter anderen die Chefs von Eni, Exxon, BP und Chevron sowie der chinesischen Sinopec geladen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 14. Juni 2019 um 19:35 Uhr.

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