Sozialdemokrat Laurentino Cortizo gewinnt Präsidentenwahl in Panama | Bildquelle: REUTERS

Lateinamerika Sozialdemokrat gewinnt Wahl in Panama

Stand: 06.05.2019 12:21 Uhr

Die "PanamaPapers" haben das kleine lateinamerikanische Land in Verruf gebracht. Jetzt hat in der Steueroase ein Sozialdemokrat die Präsidentenwahl gewonnen. Auf ihn kommen diverse Probleme zu.

Der Sozialdemokrat Lautentino Cortizo wird neuer Präsident von Panama. Das Wahlgericht des lateinamerikanischen Landes erklärte den 66-jährigen früheren Minister zum Sieger der Abstimmung. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen lag Cortizo danach mit 33,1 Prozent uneinholbar vor seinem stärksten Konkurrenten, dem konservativen Ex-Außenminister Roux.

Laurentino Cortizo feiert Wahlsieg in Panama | Bildquelle: REUTERS
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Laurentino Cortizo feiert seinen Wahlsieg bei der Präsidentenwahl in Panama.

"Wir haben gewonnen", sagte Cortizo nach einem Treffen mit seinen Mitbewerbern und Vertretern des Wahlgerichts. Der Sozialdemokrat hatte bereits in Vorwahlumfragen deutlich vor Roux gelegen.

Dieser lehnte das vorläufige Ergebnis der Wahl ab. Seine Kampagne sei durch Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung beeinträchtigt worden, beklagte Roux. Beweise lieferte er nicht.

Viele Baustellen

Cortizo ist für fünf Jahre gewählt und tritt die Nachfolge von Präsident Juan Carlos Varela an. Das scheidende Staatsoberhaupt hinterlässt Cortizo einige Baustellen: Die Wirtschaft schwächelt, die Lebenshaltungskosten steigen, und Panama wird immer wieder von Korruptionsskandalen erschüttert.

Außenpolitisch muss der neue Präsident zwischen den USA und China vermitteln, die über ihren Einfluss am Panamakanal streiten. Die Wasserstraße verbindet Atlantik und Pazifik und ist von großer strategischer Bedeutung. Geschätzte fünf Prozent des weltweiten Handelsverkehrs per Schiff verlaufen durch den Panamakanal, der seit 1999 unter panamaischer Hoheit steht.

"PanamaPapers" bringen Land in Verruf

Firmenschild von Mossack Fonseca | Bildquelle: REUTERS
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In Skandal um "PanamaPapers" verwickelt: Mossack Fonseca.

Seit dem Skandal um die "PanamaPapers" haftet dem Land der Ruf eines Paradieses für Geldwäscher an. In den Papieren tauchten die Namen von Politikern, Prominenten und Spitzensportlern auf, die ihre Vermögen dort vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Die Veröffentlichungen führten weltweit zu Ermittlungen und lösten eine Debatte über Steueroasen und Geldwäsche aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Mai 2019 um 11:00 Uhr.

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