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"PanamaPapers" Erste Anklagen in den USA

Stand: 05.12.2018 03:27 Uhr

Die US-Justizbehörden haben im Zusammenhang mit den "PanamaPapers" Anklage gegen vier Verdächtige erhoben, darunter zwei deutsche Staatsbürger. Ihnen wird unter anderem Steuerbetrug und Geldwäsche vorgeworfen

Vier Männer sind wegen Verschwörung und Steuerbetrugs im Zusammenhang mit den sogenannten "PanamaPapers" angeklagt worden. Dem US-Staatsanwalt Geoffrey Berman zufolge drohen den Angeklagten jahrelange Haftstrafen. Bei den Angeklagten handelt es sich um einen 50-jährigen panamaischen Anwalt, der für Mossack Fonseca tätig war, einen 54-jährigen deutschen Investmentmanager, einen 81-jährigen Deutschen und einen Steuerberater aus Massachusetts.

Ein Angeklagter noch auf der Flucht

Der panamaische Anwalt ist den Behörden zufolge noch flüchtig, die anderen Angeklagten wurden festgenommen. Der eine Deutsche sei am vergangenen Montag in London festgenommen worden, der andere bereits am 15. November in Paris. Der US-Amerikaner sei am Dienstag in Boston gefasst worden.

Die Anklageschrift, die in New York freigegeben wurde, ist die erste der US-Behörden, die auf den Skandal zurückgeht. Sie bezieht sich den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge auf ein "interkontinentales Geldwäschesystem" mit einer Anwaltskanzlei mit Sitz in Panama.

Die "PanamaPapers" beinhalten elf Millionen geheime Finanzdokumente, aus denen man erfahren konnte, wie einige der reichsten Personen der Welt ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. An der vom Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) koordinierte Recherche waren auch NDR, WDR und "SZ" beteiligt.

Die Staatsanwaltschaft legt der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zur Last, sich verschworen zu haben, US-Gesetze zu umgehen, um das Vermögen ihrer Mandanten zu erhalten und Geld zu verbergen, das der US-Steuerbehörde IRS gezahlt werden musste. Das Geldwäschesystem reiche bis 2000 zurück. Es habe unechte Stiftungen und Briefkastenfirmen in Panama, Hongkong und auf den Britischen Jungferninseln umfasst.

Durchsuchungen bei Deutscher Bank

Erst vergangene Woche sind Büros der Deutschen Bank durchsucht worden. Deutschlands größtes Geldhaus ist wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter der Deutschen Bank Kunden geholfen haben, Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen. Dabei soll Geld aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden sein, ohne dass das Institut Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet hat.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Dezember 2018 um 06:36 Uhr.

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