Verfremdete Skyline von Panama-Stadt. | Bildquelle: REUTERS

Folgen der PanamaPapers Was hat sich in einzelnen Fällen getan?

Stand: 03.04.2017 02:43 Uhr

Werner Mauss

Der ehemalige Geheimagent Mauss tauchte gleich mit einem Dutzend Briefkastenfirmen in den Daten auf. Aktuell steht er in einem der größten Steuerverfahren aller Zeiten in Bochum vor Gericht: Er soll mehr als 16 Millionen Euro hinterzogen haben. Im Zuge der Panama-Papers-Berichterstattung wurden die bereits seit 2012 laufenden Ermittlungen öffentlich. Mauss bestreitet, dass ihm das Geld steuerlich zuzurechnen sei, vielmehr habe er es nur für seine Auftraggeber verwaltet und seine Arbeit daraus finanziert.

Sigmundur David Gunnlaugsson

"Herr Premierminister, was können Sie mir zu einer Firma namens Wintris sagen?" - diese Frage brachte den damaligen isländischen Premier Gunnlaugsson derart aus der Fassung, dass er das Interview kurz darauf abbrach und vor laufender Kamera den Raum verließ. Wintris war der Name der Firma, mit der zuerst Gunnlaugsson selbst, später seine Frau heimlich Anteile an isländischen Banken hielten. Als das herauskam, versammelten sich Tausende Isländer vor dem Parlament, der Premier trat kurz darauf zurück. Heute hat das Amt Bjarni Benediktsson inne - auch er hatte Firmenanteile in einer Steueroase gehalten. Gunnlaugsson trat im Oktober 2016 erneut zur Wahl des Parteivorsitzenden an, verlor aber.

Gianni Infantino

Infantino war gerade zum FIFA-Präsident ernannt worden, als die Panama Papers enthüllten, dass er in seiner Zeit bei der UEFA höchst zweifelhafte Verträge unterzeichnet hatte: Ausgerechnet mit zwei im FIFA-Korruptionsskandal angeklagten Unternehmern. Einige Tage nach den Veröffentlichungen durchsuchte die Schweizer Bundesanwaltschaft sogar die UEFA-Zentrale. Die Ermittlungen dauern bis heute an, Infantino leitet davon unbeirrt weiterhin die Geschäfte der FIFA.

Sergej Roldugin

Er sei kein Geschäftsmann, nur ein Musiker, hatte der russische Star-Cellist Roldugin gesagt. Und dann enthüllten die Panama Papers, dass dieser Musiker über ein Firmenetzwerk verfügen konnte, über das rund zwei Milliarden US-Dollar flossen. Roldugin habe für viel Geld wertvolle Musikinstrumente gekauft, hieß es nach den Veröffentlichungen. Und im September, knapp ein halbes Jahr nach den Berichten, verlieh Russlands Präsident Vladimir Putin dem Musiker einen Orden für "humanitäre außenpolitische Aktionen", weil er ein Konzert in Syrien organisiert hatte.

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