Absturz einer Boeing 737 sind bei Islamabad

Boeing zerschellt kurz vor der Landung in Islamabad Viele Tote bei Flugzeugabsturz in Pakistan

Stand: 20.04.2012 20:49 Uhr

Beim Absturz einer Boeing 737 sind bei Islamabad vermutlich alle Insassen ums Leben gekommen. 127 Menschen sollen an Bord gewesen sein. Zusammen mit den Opfern am Boden befürchten die Behörden bis zu 150 Tote. Das Flugzeug gehörte der Bhoja Air, die ihren Betrieb jahrelang eingestellt hatte. Die Verbindung nach Islamabad wurde offenbar das erste Mal wieder bedient.

Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Unmittelbar vor der Landung, nur wenige Kilometer von ihrem Zielflughafen in der pakistanischen Hauptstadt entfernt, stürzte die Maschine ab. Bewohner Islamabads berichten von extrem schlechtem Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks, von Gewittern und heftigen Stürmen.

Jedoch ist es noch zu früh, um über die genaue Ursache des Absturzes Gewissheit zu haben. Ein Mann, der auf einer Baustelle in der Nähe des Unglücksorts arbeitet, beobachtete die Ereignisse: "Da waren überall Flammen. Das Flugzeug ist in ein Wohnhaus gestürzt. Es ist eine furchtbare, furchtbare Szene."

Kurz vor der Landung riss der Kontakt ab

Große Trümmerteile auf einem Feld
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Große Trümmerteile liegen auf einem Feld nahe Islamabad.

Das Flugzeug war planmäßig in der Millionenmetropole Karatschi gestartet. Kurz vor der Landung riss der Kontakt zum Tower in Islamabad ab. Es handelt sich um eine Maschine der privaten Linie Bhoja Air, den Angaben zufolge um eine Boeing 737. Die Airline hatte den Flugbetrieb zunächst in den 1990er-Jahren aufgenommen, ihn dann jedoch aus Geldmangel für mehrere Jahre eingestellt. Erst Anfang März hatte sie wieder begonnen, Ziele innerhalb Pakistans anzufliegen. Die Strecke zwischen Karatschi und Islamabad soll zum ersten Mal wieder bedient worden sein.

Rettungskräfte suchten nach dem Unglück in den Trümmern nach Überlebenden. Sie trafen schnell an der Absturzstelle ein, die sich in einer Wohngegend eines Dorfes am Rande der Hauptstadt befindet. "Der Flughafen liegt praktisch genau in der Stadt. Deshalb baut man ja auch ein neuen Flughafen außerhalb", berichtet ein Augenzeuge.

Altes Flugzeug einer Krisen-Airline

Trauer und Entsetzen bei den Angehörigen der Flugzeugpassagiere.
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Trauer und Entsetzen bei den Angehörigen der Flugzeugpassagiere.

Das letzte schwere Flugzeugunglück in Pakistan liegt keine zwei Jahre zurück. Ende Juli 2010 war ebenfalls eine Maschine einer privaten Airline verunglückt. Richard Barte, ein ehemaliger Mitarbeiter der staatlichen pakistanischen Linie PIA, berichtet von erheblichen Sicherheitsmängeln aufgrund von Geldknappheit im Luftverkehr des ohnehin krisengeschüttelten Landes: "Wir reden hier von einer Fluglinie, die ihre Operationen im Jahr 2000 wegen finanzieller Probleme einstellte. Und erst seit März wieder fliegt. Wenn ich das richtig verstehe, dann handelt es sich um das erste Angebot von Karatschi nach Islamabad mit einem Flugzeug, das so alt ist, dass es in der Europäischen Union nicht fliegen dürfte."

Bei dem bislang schwersten Unglück in der Geschichte von Pakistans ziviler Luftfahrt waren im Sommer 2010 mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Der Airbus der Linie Air Blue stürzte damals in die Hügelkette, die Islamabad an einer Seite umgibt. Die Strecke war dieselbe wie bei der jüngsten Tragödie: es handelte sich um die Route von Karatschi nach Islamabad.

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