Der Van des Verdächtigten  | Bildquelle: AP

Verdächtiger in Paketbomben-Serie Trump-Fan mit Vergangenheit

Stand: 27.10.2018 12:36 Uhr

Noch ist unklar, was das Motiv des Verdächtigen in der Paketbomben-Serie ist. Medien beschrieben ihn aber als fanatischen Trump-Anhänger. Er soll nicht das erste Mal auffällig geworden sein.

Fünf Tage lang haben die Ermittler nach dem Urheber der Paketbomben gefahndet: Dass sie nun einen Tatverdächtigen festnehmen konnten, ist für die Behörden ein großer Erfolg. In fünf Punkten ist der Verdächtige aus Florida angeklagt - ihm drohen mehrere Jahrzehnte Gefängnis. Er muss sich unter anderem wegen des illegalen Versands von Sprengstoff sowie Drohungen gegen frühere Präsidenten verantworten.

Zu den Motiven des mutmaßlichen Attentäters wollten sich die Ermittler zunächst nicht äußern. Dafür sei es noch "zu früh", sagte der Direktor der Bundespolizei FBI, Christopher Wray, in Washington. Es gebe noch viele offene Frage.

Das Fahrzeug des Verdächtigen im Fall der US-Briefbomben. | Bildquelle: dpa
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Für Trump, gegen den IS: Das Fahrzeug des Verdächtigen im Fall der US-Briefbomben.

Bodybuilder und Trump-Fan

Wer aber ist der Verdächtige? Sein Anwalt Ronald Lowy beschreibt ihn als verwirrten Mann, der Schwierigkeiten hatte, seine Emotionen im Zaum zu halten. US-Medien zufolge wurde der 56-Jährige bereits mehrmals festgenommen - unter anderem wegen einer Bombendrohung. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass er in der Vergangenheit gegen eine Mitarbeiterin eines Energieversorgers in Florida ausfällig geworden sei, weil sein Strom abgeschaltet werden sollte. In einem Telefonat soll er gedroht haben, die Büros der Betreibergesellschaft in die Luft zu sprengen. "Es wäre schlimmer als am 11. September", wurde er in Gerichtsakten zitiert. Die Mutter des Verdächtigen soll ihn jahrelang vergeblich dazu gedrängt haben, einen "Spezialisten" aufzusuchen, erklärte Anwalt Lowy.

Der Verdächtige soll Hobby-Bodybuilder und ein fanatischer Fan Trumps sein. Er soll früher auch als Stripper aufgetreten sein. Wählerverzeichnissen in Florida zufolge ist er seit März 2016 als Mitglied der Republikaner registriert, so AP.

Das Auto des Mannes, ein weißer Lieferwagen, ist rundherum beklebt mit strahlenden Bildern von US-Präsident Trump. Fotos von Demokraten wie Hillary Clinton sind auch darauf zu sehen - allerdings versehen mit Fadenkreuzen. Auch Einträge in Twitter- und Facebookkonten, die mit dem Verdächtigen in Verbindung gebracht werden und inzwischen gesperrt wurden, legten nahe, dass er ein Anhänger Trumps sei und offenbar sogar Wahlkampfveranstaltungen besucht habe, schreibt die Nachrichtenagentur dpa.

Offenbar Fingerabdruck entdeckt

Die Ermittler kamen ihm nun durch einen Fingerabdruck auf die Spur, den sie auf einem der großen Briefumschläge mit den Rohrbomben gefunden hatten. Alle Vorrichtungen hätten aus einer PVC-Röhre, einer kleinen Uhr, einer Batterie, Drähten und einem "energetischen Material" bestanden, das potenziell explodieren könne, sagte FBI-Direktor Wray . Es sei aber noch nicht klar, ob die Sprengsätze tatsächlich funktionsfähig gewesen seien. 

Laut "Spiegel Online" soll der Verdächtige in einem ersten Verhör versuchte haben, die Sache herunterzuspielen. Die Rohrbomben seien so gebaut gewesen, dass sie niemanden hätten verletzen können, soll er gesagt haben.

Päckchen an Hassfiguren der Rechten

Die Päckchen waren an Personen adressiert, die als Hassfiguren der politischen Rechten gelten. Neben Hillary Clinton und Ex-Präsident Barack Obama waren Ex-Vizepräsident Joe Biden, der ehemalige CIA-Direktor James Brennan, der Milliardär und Spender für die oppositionellen Demokraten, George Soros und der Schauspieler Robert De Niro darunter.

Als Absender war die frühere Parteichefin der Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, angegeben. Laut der Anklageschrift enthielten die Adressen zahlreiche Rechtschreibfehler. So war unter anderem Hillary Clinton falsch geschrieben. Die Päckchen waren mit jeweils sechs Briefmarken frankiert, die eine wehende US-Flagge zeigen.

Mit Informationen von Sebastian Schreiber, ARD-Studio Washington

 

Ermittler stellen Fingerabdrücke des Verdächtigen auf Umschlag sicher
Torsten Teichmann, ARD Washington
26.10.2018 22:23 Uhr

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