Paddy Ashdown (Archivbild) | Bildquelle: Reuters

Britischer Politiker Diplomat Paddy Ashdown gestorben

Stand: 22.12.2018 22:34 Uhr

Der britische Diplomat und Politiker Paddy Ashdown ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Der ehemalige frühere Chef der Liberaldemokratischen Partei wirkte auch als hoher UN-Repräsentant für Bosnien und Herzegowina.

Der frühere Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina, der Brite Paddy Ashdown, ist tot. Er sei im Alter von 77 Jahren gestorben, teilte die britische Liberaldemokratische Partei mit, an deren Spitze von 1988 bis 1999 gestanden hatte. 

Liberaldemokratische Partei trauert um Altvorsitzenden

Ashdown habe einen "unermesslichen Beitrag zur Förderung der Sache des Liberalismus" geleistet, erklärte seine Partei. Er werde "schmerzlich vermisst" werden. Parteichef Vince Cable sagte, es sei ein "sehr trauriger Tag". Ashdown sei von Menschen aus dem gesamten politischen Spektrum respektiert worden.

Nach seiner Zeit als Marineinfanterist war Ashdown ins Außenministerium in London gewechselt, das ihn als Diplomat der britischen UN-Delegation in Genf entsandte. Als UN-Beauftragter führte er in Bosnien und Herzegowina von 2002 bis 2006 mit harter Hand auf ein funktionstüchtiges Regierungssystem ein. Dabei entließ er Dutzende serbische Amtsträger wegen mutmaßlicher Verwicklungen in Kriegsverbrechen.

Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen

2008 wollte der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass Ashdown die Nachfolge des Deutschen Tom Koenigs als UN-Gesandter für Afghanistan antritt. Weil die Regierung in Kabul den Briten jedoch ablehnte, erklärte er seinen Verzicht auf den Posten. Ashdown wurde für seine Verdienste mehrfach von der britischen Königin Elizabeth II. geehrt und auch zum Ritter geschlagen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 23. Dezember 2018 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: