Strahlende Sonne im blauen Himmel. Symbolbild zum Thema "Ozonschicht schrumpft weiter". (06.08.2015) | Bildquelle: dpa

Untere Stratosphäre Ozonschicht dünnt weiter aus

Stand: 06.02.2018 12:40 Uhr

Über den dicht besiedelten Gebieten der Erde dünnt die Ozonschicht laut einer neuen Studie weiter aus. Aber nur in der unteren Stratosphäre, während sie in der oberen Stratosphäre zunimmt. Die Forscher zeigen sich dennoch besorgt.

Die lebenswichtige Ozonschicht hat in den vergangenen Jahren laut Schweizer Forschern über den dicht besiedelten mittleren Breiten und den Tropen im unteren Teil der Stratosphäre, wo die Ozonschicht am dichtesten ist, weiter abgenommen. Das seien unerfreuliche Nachrichten, so die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich. Die Fachwelt sei bisher davon ausgegangen, dass sich die globale Ozonschicht bis Mitte des Jahrhunderts vollständig erholen werde, erklärte die ETH.

Die Schicht, die die Erde vor den krebserregenden UV-Strahlen der Sonne schützt, wird an den Polen zwar wieder dicker, nicht aber in tieferen Breitengraden, berichten die Forscher. Dort schrumpfe die Ozonkonzentration in der unteren Stratosphäre - zwischen 15 und 24 Kilometern über der Erde - weiter. Warum, wissen die Experten noch nicht. "Das Ozon in der Stratosphäre erholt sich offenbar nicht zwischen den 60. Breitengraden Nord und Süd", schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Atmospheric Chemistry and Physics". Das schließt große Teile der Welt mit ein - auch Deutschland.

Allerdings nehme die Ozonschicht in der oberen Stratosphäre - oberhalb von 30 Kilometern - seit 20 Jahren infolge des Montrealer Protokolls wieder deutlich zu, erklärte der Züricher Atmosphärenforscher William Ball. Die global gemittelte Ozonsäule blieb laut den Messungen konstant - die positive Entwicklung in der oberen Stratosphäre gleicht demnach die Ausdünnung der Ozonschicht in der unteren Stratosphäre aus.

Das Ozonloch über der Antarktis. | Bildquelle: dpa
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Das Ozonloch über der Antarktis 2015. Inzwischen scheint sich die Ozonschicht dort zu erholen

"Das ist besorgniserregend"

Die Folgen des anhaltenden Ozonschwunds in der unteren Stratosphäre sind den ETH-Forschern zufolge noch nicht absehbar. Thomas Peter, einer der Mitautoren der Studie bezeichnete die Erkenntnisse zwar als besorgniserregend, aber nicht als alarmierend. Der jetzt festgestellte Rückgang ist weit weniger stark als vor Inkrafttreten des Montrealer Protokolls", sagte er.

Forscher hätten sich zuletzt ein bisschen zurückgelehnt, "um der Ozonschicht bei der Erholung zuzusehen", sagte der Leiter der Atmosphärenforschung am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, Markus Rex, der an der Studie nicht beteiligt war. Er bezeichnete die Untersuchung als robust und solide.

Als im 20. Jahrhundert zu viele ozonzerstörende chlor- und bromhaltige Kohlenwasserstoffe wie etwa FCKW in die Atmosphäre gelangt seien, hatte sich die Ozonschicht in der Stratosphäre global ausgedünnt. An den Polen war in den 1980er-Jahren ein besonders rasanter Schwund des Ozons bemerkt worden. In der Antarktis tat sich jedes Jahr ein regelrechtes Ozonloch auf. Die Lage besserte sich dort aber durch das Montreal-Protokoll von 1987, das die Produktion von ozonschädigenden Chemikalien weitgehend gestoppt hat, schreiben die Forscher. Die Chemikalien wurden etwa in Kühlgeräten verwendet.

Über dieses Thema berichtete WDR5 am 07. Februar 2018 um 15:05 Uhr.

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