Tuvalus Außenminister Kofe steht bei seiner Rede im Meer | via REUTERS

Inselstaat Tuvalu beim Klimagipfel "Wir gehen unter"

Stand: 09.11.2021 16:03 Uhr

Der kleine Inselstaat Tuvalu im Pazifischen Ozean ist vom steigenden Meeresspiegel in seiner Existenz bedroht. Außenminister Kofe machte das mit starken Bildern deutlich: Bei seiner Rede zur Klimakonferenz stand er im Wasser.

Bis zu den Oberschenkeln im Meer stehend hat sich der Außenminister des Inselstaats Tuvalu mit einem eindringlichen Appell an die Weltklimakonferenz gewandt: "Wir gehen unter, aber das tun alle anderen auch", sagte Simon Kofe in einer Videoansprache, die beim UN-Klimagipfel in Glasgow übertragen werden sollte.

Existenzielle Bedrohung

Der Südseestaat Tuvalu mit seinen 12.000 Einwohnern ist infolge der Klimakrise vom steigenden Meeresspiegel bedroht. Für sein Land und andere niedrig gelegene Atoll-Staaten sei der Klimawandel "eine tödliche und existenzielle Gefahr", betonte Kofe.

Tuvalu liegt an seiner höchsten Stelle nur fünf Meter über dem Meeresspiegel.

Tuvalu spüre die Auswirkungen schon heute, andere "erst in hundert Jahren", fuhr er fort. Doch am Ende würden "alle die schrecklichen Auswirkungen dieser globalen Krise spüren", warnte er.

Tuvalus Außenminister Kofe steht bei seiner Rede im Meer. | via REUTERS

Tuvalus Außenminister Kofe bei seiner Rede im Meer Bild: via REUTERS

Das Video zeigt den Außenminister zunächst in einer Nahaufnahme mit Anzug und Krawatte vor einer blauen Leinwand stehend. Im Verlauf seiner Rede zoomt die Kamera heraus und es wird deutlich, dass Kofe bis zu den Oberschenkeln im Wasser vor der Küste Tuvalus steht.

Welt soll "die Kurve kriegen"

Der Minister forderte weltweite Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts, Klimahilfen und dass die 1,5-Grad-Marke zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs "in Reichweite" bleibe. "Wir erwarten von der Welt, dass sie die Kurve kriegt", sagte Kofe.

Wegen der Bedrohung der Inseln ist eine Umsiedlung der Bevölkerung schon seit vielen Jahren Thema. 2014 hatte Neuseeland als erstes Industrieland den Klimawandel als Fluchtgrund für Menschen aus dem pazifischen Inselstaat Tuvalu akzeptiert und eine Familie aufgenommen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 09. November 2021 um 15:20 Uhr.