Ein Satellitenbild zeigt den Ausbruch des Untersee-Vulkans | AP

Vulkanausbruch im Pazifik Von einigen Inseln "nicht viele Informationen"

Stand: 16.01.2022 10:51 Uhr

Bis nach Kalifornien waren die Auswirkungen des Vulkanausbruchs nahe Tonga zu spüren. Doch welche Schäden Flutwellen und Asche in dem Inselstaat selber angerichtet haben, ist noch immer nicht klar. Von mehreren Inseln gibt es keine Informationen.

Auch am Tag nach dem Ausbruch eines Untersee-Vulkans im Pazifik ist noch nicht klar, wie groß die Schäden in dem Inselstaat Tonga sind. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern sagte am Sonntag, bislang gebe es keine offiziellen Berichte über Verletzte und Tote.

Der Vulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai im Gebiet von Tonga war am Samstag ausgebrochen. Das hatte in vielen Teilen des Pazifiks zu Tsunami-Warnungen geführt. Ardern sagte, die Nordseite der Hauptstadt von Tonga, Nuku'alofa, sei "erheblich getroffen" worden. Nach Angaben der australischen Wetterbehörde war die Flutwelle hier etwa 1,2 Meter hoch. Laut Berichten lokaler Medien wurden Häuser überflutet.

Unterseekabel beschädigt

Durch den Vulkanausbruch wurde Tonga zudem in vulkanischen Staub gehüllt. Die Kommunikationsverbindungen mit dem Inselreich im Südpazifik sind laut Ardern eingeschränkt, da ein Unterseekabel in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Gerade "von den äußeren Inseln" gebe es leider "nicht viele Informationen".

UN-Generalsekretär António Guterres sagte, er sei "zutiefst besorgt". Die UN beobachteten die Situation genau und stünden bereit, Unterstützung zu liefern.

Tonga liegt im Südpazifischen Ozean

Überschwemmungen in Kalifornien

Der Staat Tonga hat etwa 100.000 Einwohner und liegt knapp 2400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland. Er besteht aus mehr als 170 Inseln, von denen aber nur etwas mehr als 30 bewohnt sind. Der Vulkan liegt etwa 30 Kilometer südöstlich Insel Fonuafo'ou (auch als Falcon Island bekannt).

Auswirkungen hatte der Vulkanausbruch aber auch Tausende Kilometer entfernt. Überschwemmungen in Santa Cruz im US-Staat Kalifornien wurden auf den Ausbruch zurückgeführt. Neuseeland, Japan und Fidschi registrierten Tsunami-Wellen an ihren Küsten.

Neuseeland, Tutukaka: Menschen stehen am Hafenbecken und blicken auf ein Boot, das aufgrund starker Flutwellen im Hafen zu sinken droht. | dpa

Auch in Neuseeland hatte der Vulkanausbruch Folgen: Im Hafen von Tutukaka wurden mehrere Boote durch die Flutwellen beschädigt. Bild: dpa

Asche auf Fidschi-Inseln

In Neuseeland kenterten mehrere Boote in Häfen. Die Geschäftsführerin von Save The Children Fidschi, Shairana Ali, sagte, dass Fidschi und Vanuatu von Flut- und Tsunamiwellen getroffen worden seien. Es habe Schäden in den Küstengebieten gegeben, aber keine Todesopfer.

Zudem gingen über Teilen von Fidschi, rund 600 Kilometer vom Vulkan entfernt, Behördenangaben zufolge Asche nieder. Die Menschen wurden gewarnt, die Wasservorräte zu schützen, in den Häusern zu bleiben und eine Maske zu tragen, wenn sie ins Freie gehen.

Flutwellen auch in Japan

Auch in Japan hatte es eine Tsunami-Warnung gegeben. Rund 210.000 Bewohner waren zwischenzeitlich aufgefordert gewesen, Anhöhen aufzusuchen. Zuvor waren an der Küste der nordöstlichen Präfektur Iwate sowie im südwestlichen Amami Flutwellen von rund einem Meter Höhe registriert worden. Berichte über Schäden oder Verletzte gibt es aus Japan nicht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Januar 2022 um 09:00 Uhr.