Einer der mehr als ein Dutzend toten Pottwale, die auf King Island, nördlich von Tasmanien, angeschwemmt wurden | dpa

Australien Rätselhaftes Walsterben vor Tasmanien

Stand: 21.09.2022 10:17 Uhr

Vor der Küste der australischen Insel Tasmanien sind erneut viele Wale gestrandet. Eine ähnliche Massenstrandung ereignete sich vor zwei Jahren. Experten sind sich noch unsicher, was die Ursache sein könnte.

Fast genau zwei Jahre nach der bislang größten bekannten Massenstrandung von Grindwalen in Australien sind in derselben Bucht erneut zahlreiche Meeressäuger an Land gespült worden. Die rund 230 Tiere, bei denen es sich vermutlich um Grindwale handelt, wurden in der flachen Macquarie-Bucht im Westen von Tasmanien entdeckt. Nach Angaben der örtlichen Behörden ist etwa die Hälfte von ihnen noch am leben.

2020 hatten sich bereits rund 470 Grindwale in die abgelegene Bucht verirrt. Es war die größte bekannte Massenstrandung in der Geschichte des fünften Kontinents. Bei einer aufwendigen Rettungsaktion konnten damals nur 111 Tiere gerettet werden.

Rätselhaftes Phänomen

Erst am Montag waren auf einer Insel nördlich von Tasmanien mehr als ein Dutzend tote Pottwale entdeckt worden. Die 14 Kadaver wurden an der Küste des zwischen Tasmanien und dem australischen Festland liegenden King Island gefunden. Meeresbiologen und Veterinäre sollten die Todesumstände untersuchen. Eine Erklärung für das Phänomen gibt es zurzeit nicht.

Gestrandete Wale in der Bucht von Macquarie auf Tasmanien | AP

Gestrandete Wale in der Bucht von Macquarie auf Tasmanien Bild: AP

Ein möglicher Grund: Höhere Wassertemperaturen

Unter anderem könnte eine Veränderung der Wassertemperaturen für die Massenstrandung verantwortlich sein, die durch die Klimaphänomene La Niña und El Niño ausgelöst werde, erklärte Karen Stockin, Expertin für Wal- und Delfinstrandungen an der Massey University in Neuseeland, dem australischen "Guardian". Dann kämen die Tiere oft näher als gewöhnlich an die Küste, so die Forscherin:

Grindwale sind sehr soziale Wesen, und wenn einer geschwächt ist oder dem Ufer zu nahe kommt, können Hunderte folgen.

Grindwale strandeten häufiger als andere Arten der Meeresgiganten, weil sie in großer Zahl wanderten, zitierte die Nachrichtenagentur AAP den Meeresbiologen Olaf Meynecke von der Griffith University in Queensland. Wenn ein Wal strande, folgten ihm meist die anderen. "Das tun sie nicht, weil sie dumm sind, sondern wegen ihrer emotionalen Bindung zu den anderen Tieren."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. September 2022 um 12:34 Uhr.